Nina Warken, die Vorsitzende der Frauen-Union, erhöht vor dem CDU-Parteitag den Druck auf ihre Partei, das Thema Gleichstellung endlich entschlossener anzugehen. Sie fordert nicht nur bessere Platzierungen für Frauen auf Wahllisten, sondern sieht auch die Notwendigkeit, dass Frauen in der Partei mutiger und sichtbarer werden. Der aktuelle Koalitionsausschuss, der bis auf eine einzige Frau nur aus Männern besteht, zeigt für sie exemplarisch, wie notwendig weitere Reformen sind. Ab Juli 2025 gilt eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent in den Führungsstrukturen der CDU – ein Schritt, den Warken für unumkehrbar hält, auch wenn er längst nicht ausreicht. Rückschritte, etwa die Abkehr von der Quote, hält sie für falsch; sie plädiert sogar dafür, das Instrument bei Bedarf noch auszubauen. Bundesweit spiegelt sich in nahezu allen Parteien der langsame Fortschritt bei der Gleichstellung: Noch immer ist der Anteil weiblicher Abgeordneter, sei es im Bundestag oder auf Landesebene, unterdurchschnittlich. Die Diskussion um Frauenanteile und Quoten flammt immer wieder auf, etwa wenn Listenplätze, Gremien oder Spitzenpositionen besetzt werden. Warken stellt zudem klar, dass es nicht nur um die bloße Repräsentanz geht, sondern um aktive Teilhabe und echte Einflussnahme von Frauen im politischen Prozess – Versäumnisse der Vergangenheit sind für sie ein Auftrag zur Veränderung. Zusätzlich wurde in verschiedenen Leitmedien jüngst betont, dass die CDU vor besonders hohen Hürden steht, alte Machtstrukturen aufzubrechen – etwa aufgrund ihrer Tradition und des oft überalterten Mitgliederbestands. Neben der rein parteipolitischen Dimension betonen Sozialwissenschaftler, dass Quoten zwar hilfreich sind, aber keineswegs automatisch zu einem Bewusstseinswandel führen. Entscheidender seien gelebte Vorbilder, transparente Auswahlprozesse und das konsequente Benennen und Beseitigen von Diskriminierung in der politischen Kultur.