Nina Warken mahnt CDU zu mehr Tempo bei Gleichstellung

Nina Warken, Vorsitzende der Frauen-Union, appelliert an die CDU, Frauen sichtbarer zu machen – nicht nur auf Wahllisten, sondern in allen Gremien.

heute 17:26 Uhr | 3 mal gelesen

Interessant, wie sich die immergleichen Diskussionen wiederholen: Nina Warken, engagiert und oft auch unbequem, fordert vor dem CDU-Parteitag einmal mehr ein Umdenken in ihrer Partei. 'Mehr Frauen müssen mit am Tisch sitzen', betont sie sinngemäß im Gespräch mit der 'Wochentaz'. Warken will, dass die Frauen-Union künftig offensiver auf Landesverbände zugeht, damit Frauen bei Listenaufstellungen nicht nur mitlaufen, sondern vorne dabei sind. Allerdings – und hier wird sie deutlich – sei auch Eigeninitiative gefragt: 'Wir können nicht nur auf Strukturen schimpfen, wir müssen Druck machen, wir müssen uns zeigen.' Besonders unerfreulich findet Warken, dass der aktuelle Koalitionsausschuss de facto bis auf Bärbel Bas (SPD) eine reine Männerrunde ist. Sie plädiert dafür, dass mindestens eine weitere Frau aus ihrer Partei teilnehmen sollte, wenigstens als Signal – nur gehört zu werden, ist offenbar noch ein dickes Brett. Der CDU-Parteitag am 20. und 21. Februar steht bevor, inklusive umfassender Neuwahl des Führungspersonals. Momentanes Bild: Parteichef Merz, Generalsekretär Linnemann, zahllose Männer, vereinzelt Frauen – Luft nach oben. Immerhin greift ab Juli 2025 eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent für Parteiführungsgremien. Warken ist strikt gegen eine Abschaffung der Quote. Nach ihrer Prognose dauert der Wandel länger: 'Nach fünf Jahren sind wir noch nicht fertig – eher müssen wir die Quote nachschärfen, nicht abschaffen.' Der Beschluss zur quotierten Besetzung ist zwar erst ein paar Jahre alt und läuft vorerst bis 2029. Doch bis zu einer echten Machtverteilung dürfte die CDU noch ein paar Runden drehen müssen.

Nina Warken, die Vorsitzende der Frauen-Union, erhöht vor dem CDU-Parteitag den Druck auf ihre Partei, das Thema Gleichstellung endlich entschlossener anzugehen. Sie fordert nicht nur bessere Platzierungen für Frauen auf Wahllisten, sondern sieht auch die Notwendigkeit, dass Frauen in der Partei mutiger und sichtbarer werden. Der aktuelle Koalitionsausschuss, der bis auf eine einzige Frau nur aus Männern besteht, zeigt für sie exemplarisch, wie notwendig weitere Reformen sind. Ab Juli 2025 gilt eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent in den Führungsstrukturen der CDU – ein Schritt, den Warken für unumkehrbar hält, auch wenn er längst nicht ausreicht. Rückschritte, etwa die Abkehr von der Quote, hält sie für falsch; sie plädiert sogar dafür, das Instrument bei Bedarf noch auszubauen. Bundesweit spiegelt sich in nahezu allen Parteien der langsame Fortschritt bei der Gleichstellung: Noch immer ist der Anteil weiblicher Abgeordneter, sei es im Bundestag oder auf Landesebene, unterdurchschnittlich. Die Diskussion um Frauenanteile und Quoten flammt immer wieder auf, etwa wenn Listenplätze, Gremien oder Spitzenpositionen besetzt werden. Warken stellt zudem klar, dass es nicht nur um die bloße Repräsentanz geht, sondern um aktive Teilhabe und echte Einflussnahme von Frauen im politischen Prozess – Versäumnisse der Vergangenheit sind für sie ein Auftrag zur Veränderung. Zusätzlich wurde in verschiedenen Leitmedien jüngst betont, dass die CDU vor besonders hohen Hürden steht, alte Machtstrukturen aufzubrechen – etwa aufgrund ihrer Tradition und des oft überalterten Mitgliederbestands. Neben der rein parteipolitischen Dimension betonen Sozialwissenschaftler, dass Quoten zwar hilfreich sind, aber keineswegs automatisch zu einem Bewusstseinswandel führen. Entscheidender seien gelebte Vorbilder, transparente Auswahlprozesse und das konsequente Benennen und Beseitigen von Diskriminierung in der politischen Kultur.

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