Bei einem flüchtigen Spaziergang am Rand der Münchner Sicherheitskonferenz kommt Boris Pistorius (SPD) schnell auf den Punkt: Der Krieg in der Ukraine, sagt er, habe sich geradezu festgefressen. Russische Truppen werfen „unfassbare Zahlen“ an Menschen in die Schlacht, um sich kaum sichtbar Zentimeter fortzubewegen. Jeden Monat, so Pistorius‘ Schätzung, verliert Russland 30.000 Soldaten – das seien Tote und Verwundete –, und trotzdem tritt der Frontverlauf auf der Stelle. Gleichzeitig jedoch, und hier rutscht Pistorius‘ Tonfall ins Entsetzen, häufen sich die nächtlichen Attacken mit Drohnen und Raketen. Er spricht von Terror gegen Zivilisten: Menschen erfrieren in ihren eigenen vier Wänden, Wohnungen werden gezielt ins Visier genommen, das Grauen schleicht durch die ukrainischen Städte. Das eigentliche Ziel? „Die Moral der Menschen zu brechen, koste es, was es wolle“, meint Pistorius und setzt hinzu, dass von russischer Seite aus kein erkennbares Bemühen um Frieden zu erkennen sei. Er glaubt, Russlands wirtschaftliche Kraft werde bald an Grenzen stoßen – doch das helfe wenig, wenn durchlässige Sanktionen der Gegenseite weiterhin Milliarden durch Öl- und Gasexporte einbringen. Sein Appell: Finanzierungswege für Putins Krieg endlich kompromisslos kappen und die Wirtschaftssanktionen stets auf ihre Wirksamkeit überprüfen. Irgendwie klingt das alles nach einer Mischung aus politischer Hoffnung und düsterer Prognose – bleibt uns wohl nur, wachsam zu bleiben.
Pistorius beschreibt, dass die ukrainische Front durch massive russische Soldatenrotation und hohe Verluste kaum Bewegung zeige, während die Nachtangriffe auf Zivilisten zunehmen und als gezielter Terror eingestuft werden. Gleichzeitig äußert der Minister Zweifel an Russlands ökonomischer Durchhaltefähigkeit, betont aber die Notwendigkeit, westliche Sanktionen konsequent durchzusetzen und den Export von Energie als Schlüsseleinnahmequelle für Russland möglichst restlos zu unterbinden. Ergänzend sei erwähnt: Der Artikel findet im Kontext statt, dass sich nicht nur die militärische Lage festgefahren präsentiert, sondern auch die diplomatischen Versuche auf internationaler Bühne deutlich ins Stocken geraten – was in verschiedenen Medien wie SPIEGEL, ZEIT und DW erneut betont wurde. Laut aktuellen Berichten beobachtet das ISW (Institute for the Study of War) ebenfalls, dass beide Seiten an der Front massive Materialverluste erleiden und sich die Taktik zunehmend auf den Einsatz von Kamikazedrohnen und Präzisionsangriffen auf kritische Infrastruktur verschiebt. – Darüber hinaus ringen westliche Staaten derzeit um eine einheitliche Strategie zur weiteren Unterstützung der Ukraine, wobei ein Streit über Waffenlieferungen und humanitäre Hilfe offen zutage tritt.