Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz erläuterte Lars Klingbeil in einem Gespräch mit RTL und ntv, dass viele Länder aus der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft – etwa Kanada, Großbritannien, Australien oder Neuseeland – offen auf Europa zugehen und ihre Bereitschaft zur Kooperation signalisieren. Doch nicht nur dort, sondern gerade auch im globalen Süden, etwa in Ländern wie Südafrika, Brasilien oder Indien, bestehe großes Interesse an stärkerer Zusammenarbeit. Klingbeil gibt offen zu, dass die Ansichten nicht immer deckungsgleich sind – doch gerade diese Unterschiede betrachtet er als Chance, denn sie führen zu Diskussionen, aus denen letztlich Fortschritt entstehen kann. In seinem politischen Alltag hört er wiederholt Bedenken, dass China und Russland sehr präsent seien, während die Europäer als Partner teils vermisst werden. "Wir müssen da einfach präsenter sein. Mitgestalten, statt zuschauen – das ist die Devise", sagt Klingbeil. Besonders hebt er die Bedeutung gemeinsamer wirtschaftlicher Initiativen hervor, zum Beispiel bei der Kapitalmarktunion. Europa sollte, so seine Überzeugung, selbstbewusst und geschlossen auftreten, statt getrennt vorzugehen. Während in den USA protektionistische Töne lauter werden, setzt Klingbeil auf das Gegenteil: Kooperation als Gegengewicht zu „America First“. Er ist überzeugt, dass sich auf lange Sicht dieser Ansatz als wirkungsvoller erweisen wird – auch wenn die Zweifel noch nicht überall ausgeräumt sind. Übrigens: Es ist gar nicht so einfach, beharrlich auf Partnerschaft zu drängen, wenn viele Stimmen lieber auf kurzfristige Vorteile setzen würden. Aber wer weiß, vielleicht bringt gerade das lange Atem in der Politik manchmal doch ans Ziel.
Lars Klingbeil, derzeit SPD-Chef, wirbt eindringlich für einen Ausbau der Beziehungen zu Ländern des globalen Südens, also etwa Brasilien und Indien. Er sieht darin eine strategische Notwendigkeit, auch weil diese Staaten immer wieder fragen, wo die Europäer als Partner seien – während China und Russland bereits stark vertreten sind. Klingbeil fordert, mehr Mut und Initiative zu zeigen, zum Beispiel bei der Schaffung eines gemeinsamen europäischen Kapitalmarkts, da Zusammenarbeit nach seiner Überzeugung die beste Antwort auf die Abschottungstendenzen in den USA ist. Laut aktuellen Artikeln wird der Ausbau internationaler Beziehungen besonders im Kontext globaler Krisen wie dem Klimawandel und Handelskonflikten immer wichtiger – auch Entwicklungszusammenarbeit spielt eine stärkere Rolle. Besonders auffällig sind dabei Debatten, welche wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen Deutschland und Europa tatsächlich verfolgen und wie dies von Partnerländern wahrgenommen wird.