Manchmal merkt man erst, wie fragil Versorgungssysteme sind, wenn sie unter Beschuss geraten. Genau das widerfährt der Ukraine – und beim sogenannten Berlin-Format in München gab es am Freitagabend eine kleine, aber nicht unwichtige Nachricht: Die Unterstützerstaaten haben sich zu einer gemeinsamen, verstärkten Energiehilfe durchgerungen. Ziel ist es, die immer wiederkehrenden Schäden an der zivilen Infrastruktur, die durch russische Luftschläge weiterhin ausgelöst werden, merklich abzufedern. Zugegeben, einfach ist das nicht – bei aller Dringlichkeit gibt es Abstimmungsbedarf, wie neue Krisenmanagement-Strukturen greifen und wie man Rüstungshilfe und Energiefragen unter einen Hut bringt. Am Tisch saßen nicht nur Kanzler Merz und Präsident Selenskyj, sondern auch zahlreiche Regierungschefs und Minister, etwa aus Finnland oder Dänemark, sowie Vertreter von NATO sowie EU-Kommission.
Vor dem Treffen hatten Merz und Selenskyj im kleinen Kreis bereits auslotet, wie die Situation an der Front bewertet wird und welche Rolle dabei internationale Diplomatie spielt – gerade mit Blick auf Gespräche mit den USA und Russland. Ein großes Thema war jedoch auch, welche Hebel es bei der zivilen Hilfe noch zu bewegen gilt, und – wenig überraschend – wie man mehr militärische Unterstützung praktisch auf den Weg bringt. Nach dem Austausch war klar: Deutschlands Rückhalt für die Ukraine steht – durchaus mehr als eine reine Formalität.
Beim Treffen im Berlin-Format wurde in München klargestellt, dass die Ukraine mit einer erheblichen Ausweitung der Energiehilfe aus dem Westen rechnen kann, um die massiven Schäden an Strom- und Wassernetzen zu mildern. In den Gesprächen stand neben Energie auch die engere Waffenzusammenarbeit im Vordergrund; Deutschland und andere Partnerländer signalisierten nicht nur finanzielle, sondern auch logistische Hilfe, wie etwa die Lieferung von Notstromaggregaten und Reparaturequipments. Nach Recherchen verschiedener aktueller Quellen wird zudem immer wieder betont, dass die Angriffe gezielt zivile Versorgungsstrukturen zerstören und ein schneller Wiederaufbau entscheidend ist – dabei rücken innovative, teilweise dezentrale Energieprojekte immer stärker ins Zentrum der Hilfsstrategien.