Es passiert viel im hohen Norden, mehr als vielen lieb ist. Laut Mark Rutte geht dort gerade eine Ära zu Ende, in der Arktisrouten noch menschenleer und ungenutzt waren. Er formuliert es so: Einerseits rufen neue, potenziell lukrative Seewege Begehrlichkeiten hervor – eine Konsequenz der schmelzenden Eismassen. Kein Wunder also, dass China und Russland ihre Präsenz verstärken; da können manche in Helsinki oder Ottawa schon mal die Stirn runzeln. Rutte sagt dazu sinngemäß: Die Nato setzt auf Zusammenhalt, speziell mit den USA, Kanada und den Europäern. Das Ziel: eine ehrliche Verteidigung der Nordregion, bevor sich ungebetene Gäste – mit politischem oder wirtschaftlichem Kalkül – allzu heimisch fühlen. Für Grönland, den sprichwörtlichen Eiswürfel im geopolitischen Whiskey, ist die Sache sogar etwas verwickelter: Nachdem Gespräche zwischen Amerikanern, Dänen und den Grönländern laufen, stellt sich die Frage, wie man Veränderungen in der grönländischen Verfassung begegnet – mit der ständigen Sorge, Russland oder China könnten hier Einfluss gewinnen. Letztlich bleibt Ratlosigkeit gemischt mit Tatendrang: Noch ist alles offen, aber irgendwann werden diese neuen Wasserwege nicht nur für Eisbrecher spannend sein.
Rutte lenkt den Blick auf einen strategisch neu entflammten Norden, in dem das schmelzende Eis nicht nur ökologische, sondern insbesondere geopolitische Konsequenzen mit sich bringt. Besonders bemerkenswert ist, wie die Nato unter seiner Führung verstärkt auf Kooperation zwischen Mitgliedsländern setzt, um dieser Herausforderung zu begegnen. In Grönland wird deutlich, wie eng die Zusammenarbeit zwischen lokalen, nationalen und internationalen Akteuren werden muss, um sowohl politische Eigenständigkeit als auch Sicherheitsinteressen auszubalancieren. Laut aktuellen Recherchen gibt es Bedenken seitens der NATO bezüglich zunehmender chinesischer Infrastrukturprojekte und russischer Militärübungen in arktischen Grenzregionen, die teilweise auch mit der Erweiterung neuer Schifffahrtsrouten in Zusammenhang stehen. Weiter diskutieren Fachleute derzeit intensiv, ob die Entwicklungen langfristig zu einer Verdrängung indigener Interessen und einer Verstetigung militärischer Präsenz führen könnten. Insgesamt bleibt der Hohe Norden ein geopolitisches Pulverfass mit mehreren Zündschnüren – und einer, ehrlich gesagt, unsicheren Zukunft.