Macron mahnt auf Münchner Sicherheitskonferenz zu einem selbstbewussteren Europa

Nachdem bereits Friedrich Merz (CDU) nachdrücklich für mehr europäische Handlungsfähigkeit plädierte, hat nun auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein stärkeres Europa eingefordert. "Ein entschlossenes Europa ist der bessere Freund – auch für unsere Verbündeten", betonte Macron am Freitagabend in München.

heute 20:00 Uhr | 5 mal gelesen

Europa – oft als Zweckgemeinschaft und Krisenmanager wahrgenommen – kann, so Macron, weit mehr sein. "Eigentlich sind wir schon jetzt von Grund auf stark, wir müssen es uns nur bewusster machen", sinniert der französische Präsident, nicht ohne ein leichtes Stirnrunzeln ob der chronischen Selbstzweifel im politischen Brüssel. Mit jeder gewonnenen Stärke, so seine Logik, würden wir nicht nur eigenständiger, sondern auch ein zuverlässigerer Partner, etwa für die USA. Aber was fehlt? Ein anderer, optimistischerer Blick auf uns selbst, sagt Macron. Apropos Optimismus: In Sachen Ukraine will Macron keine Kapitulationstöne akzeptieren – im Gegenteil. Seiner Ansicht nach sitzt Russland, entgegen manch resignierter Stimmen, in einer unkomfortablen Lage: Ökonomisch fast schon am Tropf Chinas und militärisch „vor einer Niederlage“. Friedensgespräche, findet Macron, werden ohnehin kaum an Europa vorbeiführen. "Wenn es zum Frieden kommt, dann nur mit Europa am Verhandlungstisch", so seine Zuversicht. Am Schluss wirkt seine Rede fast wie ein Zuruf: Lasst uns Europa selbst in die Hand nehmen, ohne auf andere zu warten.

Macron appelliert leidenschaftlich an die EU-Staaten, ein neues Selbstverständnis und mehr Eigeninitiative zu entwickeln – speziell in Hinblick auf Sicherheit und internationale Partnerschaften. Interessant ist dabei seine Einschätzung der Russland-Strategie: Anders als viele Skeptiker betont er die aktuellen Schwächen Moskaus und vermeidet düstere Prognosen, was für ein gewisses Maß an Hoffnung im westlichen Lager sorgt. Neuere Recherchen zeigen zudem, dass sich auch andere europäische Führungspersönlichkeiten jüngst öffentlich ähnlich geäußert haben; die internationale Debatte um die Rolle Europas im Ukraine-Krieg und das Verhältnis zu den USA wird zunehmend vielschichtiger und stellt die Frage, inwiefern Europa in Zukunft außenpolitisch eigenständiger handeln sollte.

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