Der Handelstag in New York endete mit einem zuckenden Lächeln an der Wall Street: Der Dow Jones schloss mit 49.501 Punkten – das sind gerade mal 0,1 Prozent mehr als am Vortag. Nicht gerade ein Grund für Champagner, aber immerhin kein weiterer Absturz. Auch der Nasdaq 100 drehte leicht ins Plus, schloss bei 24.733 Zählern (ebenfalls 0,2 Prozent höher), während der S&P 500 mit einem kleinen Zuwachs von 0,1 Prozent zufrieden sein musste. Interessant: Am Nachmittag kamen Zahlen zur Inflation für Januar auf den Tisch. Unerwartet ging die Inflationsrate von 2,7 Prozent auf 2,4 Prozent zurück – markanter als viele es vorhergesagt hätten. Zieht man die üblichen Verdächtigen wie Energie und Nahrungsmittel ab, bleibt trotzdem ein leichter Rückgang von 2,6 auf 2,5 Prozent. Thomas Gitzel, Chefökonom bei der VP Bank, meint dazu: 'Auffällig ist, dass die Zölle bislang keinen echten Inflationsdruck erzeugt haben.' Er führt das auf gestiegene Produktivität in den letzten beiden Quartalen zurück: satte fünf Prozent Zuwachs laut den offiziellen US-Wirtschaftszahlen. Damit wurden die Effekte der Zölle offenbar ein Stück weit abgefangen. Aber – und das sollte man nicht überlesen – Gitzel warnt, dass höhere Einkaufspreise aus Zöllen wohl mittelfristig doch an die Kunden weitergereicht werden. Umfragen der Fed deuten in diese Richtung. Fazit für die US-Notenbank: Die frischen Inflationsdaten aus Januar drücken aktuell nicht auf die geldpolitische Bremse.
Die US-Börsen zeigten sich nach dem Kurseinbruch des Vortages etwas erholt, was vor allem mit den überraschend niedrig ausgefallenen Inflationszahlen zusammenhängt. Experten führen den Rückgang der Inflation auf eine verbesserte Arbeitsproduktivität zurück, sehen aber mittelfristig dennoch Risiken durch weitergegebene Kostensteigerungen infolge der US-Zollpolitik. Interessant ist, dass keine unmittelbaren Maßnahmen von der US-Notenbank (Fed) erwartet werden, obwohl die Anleger nach wie vor wachsam bleiben – schließlich können weltwirtschaftliche Turbulenzen jederzeit für Gegenwind sorgen.
In jüngsten Berichten von Süddeutsche, Spiegel und FAZ wird betont, dass die sinkende US-Inflation auch Folgen für die Investitionsfreude in Europa und Deutschland haben könnte, etwa bei Technologie- oder Autokonzernen. Ferner heben verschiedene Analysten hervor, dass trotz der aktuell entspannteren Preissituation vor allem geopolitische Unsicherheiten weiterhin für Volatilität an den Börsen sorgen könnten. Gerade mit Blick nach China und auf den US-Präsidentschaftswahlkampf wird weiterhin eine gewisse Vorsicht an den internationalen Finanzplätzen empfohlen.