Deutsches Justizministerium hält sich bei Epstein-Dokumenten zunächst zurück

Stefanie Hubig, Bundesjustizministerin (SPD), sieht im Zusammenhang mit den brisanten Enthüllungen rund um Jeffrey Epstein aktuell keine direkte Verantwortung ihres Ministeriums. Die jüngsten Veröffentlichungen von Ermittlungsakten haben weltweit Erschütterung ausgelöst – in Deutschland herrscht jedoch noch Zurückhaltung.

heute 00:04 Uhr | 1 mal gelesen

Es ist schon ein krasser Gedanke: Da agiert jemand wie Epstein jahrelang im Schutzschild seines Netzwerks, missbraucht Mädchen und junge Frauen – und niemand greift ein. Hubig zeigt sich, wie viele Menschen, fassungslos über das Ausmaß und die Ignoranz. "Erschütternd ist, wie viele Leute sich ihm angeschlossen und, so wie es aussieht, sogar mitgemischt haben," betont sie. Interessant dabei: Sobald ein Anfangsverdacht gegen Personen mit Bezug zu Deutschland besteht, müssten laut Hubig erst einmal die Staatsanwaltschaften vorpreschen. Das Bundesministerium selbst, das gebe sie offen zu, steht eigentlich hinter den Kulissen: Für Gesetze zuständig, nicht für fahndende Ermittlungen. Sie beobachtet die gesellschaftliche Verarbeitung der Skandale – und erwartet wohl, wie viele, Folgewirkungen. In den letzten Tagen gab’s übrigens zahlreiche Stimmen, die auch in Deutschland Ermittlungen wünschen. Vielleicht kommt da ja noch was?

Die Enthüllungen um Jeffrey Epsteins Netzwerk werfen globale Fragen nach politischer und juristischer Aufarbeitung auf. Stefanie Hubig stellt klar, dass das deutsche Bundesjustizministerium keine unmittelbare Ermittlungszuständigkeit habe, sondern erst aktiv würde, wenn konkrete Hinweise gegen deutsche Staatsbürger vorliegen. Inzwischen wächst international der Druck nach Transparenz und konsequenter juristischer Aufklärung – neue Details aus den US-Akten heizen die Debatte zusätzlich an. Recherchen zufolge bleibt Deutschland beim Thema bisher zurückhaltend, während etwa in Frankreich und Großbritannien bereits intensiver untersucht wird. Viele Opfer und Aktivist:innen fordern auch von deutschen Behörden klarere Positionen und rasches Handeln, da potenzielle Netzwerke und Komplizen bislang wenig beleuchtet werden.

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