Das mit den Bodycams, das ist so eine Sache. Einerseits verspricht die CDU klare Vorteile: Züge könnten sicherer werden, falls Technik und Gesetzgebung endlich im selben Takt laufen. Throm von der CDU/CSU meint, moderne Videotechnik – selbst mit KI unterfüttert – verschaffe der Bundespolizei im Ernstfall einen Kniff Zeit. Klingt, als käme Sci-Fi im Regionalbahn-Mief an. Aber: Was, wenn das Gesetz doch zu altbacken bleibt? Throm sieht da Handlungsbedarf beim Bundespolizeigesetz. Schließlich sei mehr Personal zwar fein, aber bitte ohne sich darauf zu verlassen, sonst bleibt die Theorie ohne Praxis.
Am Freitag wurde beim Bahn-Gipfel entschieden: Zugbegleiter dürfen künftig freiwillig zur Kamera greifen. Die Opposition, hier Die Linke, übt währenddessen leise Grundsatzkritik. Mehr Geld und nachhaltige Planung – das sei die wahre Grundlage von Sicherheit, so Clara Bünger. Warum, fragt sie, schwimmt Bahnchef Richard Lutz in Bonuszahlungen, wenn eigentlich Personal unter Schutz leidet? Ihr Plädoyer: Wer Sicherheit will, müsse öffentliche Gelder investieren, nicht auf Belohnungen für die Chefetage setzen. Der Gipfel hat jedenfalls einen Sieben-Punkte-Plan gezimmert. Wie tragfähig der Plan ist? Das bleibt Tagesgespräch.
Der geplante Einsatz von Bodycams für Zugbegleiter stößt bei der CDU/CSU auf Zustimmung, vorausgesetzt, das Bundespolizeigesetz wird zeitgemäß reformiert. Die Partei sieht KI-basierte Videotechnik als Chance, Gefahrensituationen im Bahnverkehr besser zu erkennen und Einsatzkräften schnelle Reaktion zu ermöglichen – jedoch als Ergänzung, nicht als Ersatz für mehr Personal. Die Linke hingegen fordert statt Techno-Optimismus nachhaltige finanzielle Mittel aus der öffentlichen Hand und kritisiert die Bonuspolitik der Bahnvorderen scharf.
Blick ins Netz: In aktuellen Berichten anderer Medien wird betont, dass die Zahl der Angriffe auf Bahnpersonal zuletzt gestiegen ist, etwa laut „Die Zeit“, und daher zusätzliche Maßnahmen an Bedeutung gewinnen. Mehrere Portale diskutieren auch, wie die Balance zwischen Überwachung, Datenschutz und Effektivität zu finden sei – mit teils skeptischen Tönen gegenüber der Videoüberwachung (vgl. etwa www.taz.de und www.sueddeutsche.de). Zugleich ist zu lesen, dass Gewerkschaften sich langfristig nur durch bessere Ausbildung, mehr Personal und gute Arbeitsbedingungen nachhaltige Sicherheit vorstellen können.