Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes gab gestern zu Protokoll, dass man die aktuellen Nachrichtenlage mit großer Aufmerksamkeit verfolge. Und trotz der knappen Informationen – oder vielleicht gerade deswegen – sei die Sorge innerhalb der Bundesregierung spürbar. 'Der Schutz der Bevölkerung sowie ihrer Lebensgrundlagen muss oberste Priorität haben', betonte der Sprecher und verwies deutlich auf die Maßgabe des humanitären Völkerrechts. Sollte tatsächlich ein Pestizid wie Glyphosat im Einsatz sein, um mögliche militärische Rückzugsräume zu zerstören, wären gesundheitliche, ökologische und soziale Langzeitfolgen kaum absehbar – und schlicht nicht hinnehmbar. In den letzten Tagen kursierten verstörende Handyvideos aus der Region: Man sieht ein Flugzeug tief über grüne Felder rasen und, so die Kommentatoren, eine feine Sprühwolke auf die Erde regnen lassen. Offen bleibt – wie so oft in Krisengebieten –, was genau ausgebracht wurde. Die UN-Mission Unifil schilderte der ARD, man habe eine knappe Information vonseiten der israelischen Armee über ein anstehendes Manöver erhalten. Truppen seien angewiesen worden, das Gebiet zu meiden oder sich zu schützen. Warum? Die Details bleiben wage – vielleicht Absicht, vielleicht Unsicherheit.
Das deutsche Außenministerium hat in Reaktion auf die Berichterstattung und soziale Medien über den mutmaßlichen Einsatz von Glyphosat im Südlibanon durch die israelische Armee starke Bedenken geäußert. Es wurde betont, dass alle militärischen Aktionen – ungeachtet der schwierigen Sicherheitslage – stets an das Völkerrecht und den Schutz von Zivilisten gebunden sein müssen. Inzwischen bestätigen Videos, dass Flugzeuge Chemikalien über Felder sprühen; für die lokale Bevölkerung bleibt die Ungewissheit, was das für ihre Zukunft bedeutet. Laut Recherche aktueller Medienberichte kamen internationale Hilfsorganisationen und Beobachter am Wochenende zu dem Schluss, dass eine umfassende Untersuchung zur Art und Wirkung der eingesetzten Stoffe dringend geboten ist. Die Unsicherheit für Landwirte und Familien in der Region steigt – nicht zuletzt wegen der immer wieder aufflammenden Kämpfe und dem Risiko, dass Felder langfristig unbrauchbar werden könnten.