Söder: Europa braucht Amerika – Warnung vor einem Bruch

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, mahnt trotz transatlantischer Differenzen zur Besonnenheit im Umgang mit den USA. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz stellte er klar: Eine Distanzierung sei für Europa ein großer Fehler.

heute 17:27 Uhr | 1 mal gelesen

Es gibt Reden, da spürt man zwischen den Zeilen das leise Beben der Unsicherheit. Markus Söder, sonst selten leise zu hören, machte auf der Münchner Sicherheitskonferenz kein Geheimnis daraus: Die Verbindung zwischen Europa und den USA ist – trotz aller Dämpfer – unersetzlich. 'Das ist unser Sicherheitsanker', sagte er sinngemäß, nicht ohne sich an einem Vergleich aus dem Beziehungsleben zu versuchen: Ein kleiner Riss, ja, aber gleich ausziehen? Lieber mal Luft holen und nicht direkt Vorwürfe rausfeuern. Europa, so Söder, stünde in Fragen wie Verteidigung, Digitalisierung oder Wirtschaft schlichtweg noch nicht auf eigenen Beinen – jedenfalls nicht so, dass ein abgeschnittener Draht über den Atlantik klug wäre. Kanzler Scholz sieht Söder auf gutem Kurs, was mehr Eigenständigkeit Europas betrifft, doch warnt er vor vorschnellen Schnellschüssen gegen Washington. In der Debatte um atomare Abschreckung bringt Frankreich als Alternative für ihn wenig: zu eng, zu schwach, zu wenig Schutz. Ergänzen, ja, aber nie ersetzen. Und: Über deutsche Atomwaffen will Söder gar nicht nachdenken – viel zu kompliziert, rechtlich sowieso eine Sackgasse. 'Wir sollten clever bleiben', lautet sein Appell.

Markus Söder hält eine starke Partnerschaft zwischen Europa und den USA für unverzichtbar, speziell angesichts aktueller geopolitischer Unsicherheiten wie dem Krieg in der Ukraine. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz betonte er, dass Europa in Sicherheits- und Verteidigungsfragen ohne Unterstützung aus Washington überfordert wäre. Er lehnt eine exklusive Orientierung an Frankreichs Nuklearschirm ab und warnt davor, auf eigenes atomares Aufrüsten zu setzen; stattdessen plädiert er für Geduld und kluge, langfristige Strategien im transatlantischen Verhältnis. Laut einem aktuellen Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" wurde auf der Sicherheitskonferenz auch die US-Wahl und deren Bedeutung für die EU intensiv diskutiert. Viele Experten sehen Europas Sicherheit stark abhängig von der amerikanischen Wahl, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung für die Ukraine (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Auf "Zeit Online" wird außerdem berichtet, dass die Debatte über eine europäische Verteidigung zunehmend Fahrt aufnimmt – aber vor allem als Ergänzung und keinesfalls als Ersatz zur NATO (Quelle: Zeit Online). Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hebt hervor, dass ein möglicher Wahlsieg Trumps die Unsicherheiten in Europa verstärken könnte, weshalb viele Politiker – ähnlich wie Söder – für einen kühlen Kopf und einen pragmatischen Umgang mit den USA plädieren (Quelle: FAZ).

Schlagwort aus diesem Artikel