Dritte Steigerung in Folge: Arbeitslosigkeit bei Akademikern nimmt weiter zu

Wieder klettern die Zahlen: Auch 2025 steigt die Arbeitslosenquote unter Hochschulabsolventen.

heute 16:56 Uhr | 2 mal gelesen

Kaum zu glauben, aber es ist tatsächlich schon das dritte Jahr hintereinander: Immer mehr Akademiker in Deutschland verlieren ihren Job oder finden schlicht keinen. Laut frischen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die das Magazin 'Capital' veröffentlicht hat, liegt die Arbeitslosenquote bei Hochschulabsolventen mittlerweile bei 3,3 Prozent – zum Vergleich: 2022 war es noch bei 2,2 Prozent. Regional gibt es, wenig überraschend, Unterschiede – Berlin führt unfreiwillig die Statistik mit einer Quote von 5,6 Prozent an, während Baden-Württemberg und Hessen mit jeweils 2,6 Prozent fast am anderen Ende des Spektrums stehen. Als Ursache schiebt die BA die lahmende Konjunktur vor: Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen zeigt sich, dass auch ein Diplom oder Master keinen unsichtbaren Schild gegen Jobverlust bietet. Oder, wie Martina Musati von der BA Baden-Württemberg es ausdrückt: Ein akademischer Abschluss senkt das Risiko, arbeitslos zu werden – „aber gerade jetzt schützt er nicht vollkommen“. Trotzdem: Wer studiert hat, sitzt wenigstens weniger lang auf dem Trockenen – im Schnitt nur 267 Tage. Menschen mit Berufsabschluss sind im Durchschnitt 491 Tage arbeitslos, während jene ohne jegliche Qualifikation noch länger auf einen Job warten müssen (über 550 Tage!). Insgesamt sind 2025 laut Bundesagentur fast drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos – der Anteil der Hochschulabsolventen beträgt dabei rund 335.000. Was heißt das für den Einzelnen? Sicher, Panik ist fehl am Platz. Aber für kommende Semester und Absolventen mag diese Statistik durchaus ein kleiner Dämpfer für allzu rosige Jobträume sein.

Die Zahl der arbeitssuchenden Akademiker in Deutschland ist 2025 zum dritten Mal in Folge gestiegen – ein Trend, der beunruhigt, wenn man bedenkt, wie lange ein Studium dauert und wie viel Hoffnung in eine akademische Ausbildung gelegt wird. Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich ein Wandel am Arbeitsmarkt: Während der Arbeitsmarkt in einigen Branchen noch hochqualifizierte Kräfte sucht, erleben etwa Geisteswissenschaftler und Teile der IT-Branche Stagnation oder sogar Rückschritte. Hinzu kommen Digitalisierung, Automatisierung und geopolitische Entwicklungen, die den Bedarf an bestimmten Berufsprofilen verschieben – dazu gesellen sich steigende Inflation und ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum, die Unternehmen vorsichtiger bei Neueinstellungen machen. Laut jüngsten Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gibt es besonders in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik und Medizin noch vergleichsweise wenige offene Stellen, während sich das Überangebot in anderen Studiengängen verschärft. Trotzdem bleibt ein Studium langfristig ein gutes Polster gegen Arbeitslosigkeit – zumindest, wenn man die richtige Branche wählt. Manche Experten fordern inzwischen, das Studium stärker an den realen Bedarf anzupassen und mehr in Weiterbildung sowie digitale Kompetenzen zu investieren.

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