JU NRW pocht vor Karneval auf Dunkelfeld-Untersuchung zu K.O.-Tropfen
Pünktlich vor dem Höhepunkt der Karnevalssaison macht der nordrhein-westfälische CDU-Nachwuchs auf ein heikles Thema aufmerksam: Das Problem mit K.O.-Tropfen und ihr oftmals unsichtbares Unheil. Kevin Gniosdorz, Chef der Jungen Union NRW, gibt zu bedenken, dass viele beim Stichwort K.O.-Tropfen zwar an Clubs oder Altstadt-Trubel denken – in Wirklichkeit geschieht aber vieles im Verborgenen.
heute 16:34 Uhr | 4 mal gelesen
Was sich wohl manche nicht eingestehen wollen: Betäubungsmittel wie K.O.-Tropfen werden nicht nur in feucht-fröhlichen Kollektivräumen eingesetzt. Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Großteil der Übergriffe eben im eigenen Umfeld oder im Privaten passiert – oft durch Menschen, denen die Opfer zumindest flüchtig vertrauten. Die Junge Union NRW fordert deshalb, dass endlich genauer hingeschaut werden muss: Mit einer umfassenden Dunkelfeld-Studie soll klarer werden, wie häufig, in welchen Zusammenhängen und aus welchen Gründen Menschen nach solchen Angriffen keine Hilfe suchen. Auch die Kriminalstatistik müsste nach Meinung der JU nachjustiert werden, um diese Taten überhaupt erfassen und darauf reagieren zu können. "Bloß weil etwas schwer zu messen ist, dürfen wir es nicht einfach ignorieren", so die Mahnung von Gniosdorz. Es brauche verlässliche Daten – sonst bleibt Prävention ein Blindflug.
Während die Junge Union NRW lautstark nach einer Dunkelfeldstudie zu K.O.-Tropfen und sexualisierter Gewalt ruft, nehmen Behörden und Politik das Thema zunehmend ernst. Denn: Laut Spiegel-Recherche sind gerade saisonale Anlässe wie Karneval Brennpunkte solcher Übergriffe, wobei oft erst nach langem Zögern oder gar nicht Anzeige erstattet wird. In ihrer Forderung liegt ein Appell, Datenlücken zu schließen, um eben nicht nur Symptome zu bekämpfen, sondern auch die verborgenen Strukturen solcher Gewalt besser zu verstehen.
Zudem zeigen jüngste Berichte der Polizei NRW, dass Sensibilisierungskampagnen und gezielte Kontrollen anlässlich Karneval bereits Wirkung zeigen – dennoch bliebe ein struktureller Wissensmangel. Einzelne Städte wie Köln oder Düsseldorf testen mobile Beratungsangebote vor Ort, aber landesweit gibt es bislang keine systematische Erfassung oder Dunkelfeldforschung zum Thema K.O.-Tropfen.