Berlin packt in Sachen Sicherheit, Wissenschaft und Kultur jede Menge nationale Verpflichtungen – dafür braucht die Hauptstadt laut Steffen Krach dringend mehr Schützenhilfe vom Bund. Im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" legt er nach: "Sicherheitsaufgaben, die Charité und die Staatsoper gehören für mich allesamt ins Bundesbudget; ihre Bedeutung reicht weit über Berlin hinaus." Gerade die Charité, betont Krach, sei ohnehin schon mehr oder weniger eine Institution von nationalem Format, genauso wie die berühmte Staatsoper mit ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit. Daher sei es überfällig, mit Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil grundlegende Reformen anzugehen. Krach fordert, mittelfristig müsse der Hauptstadtfinanzierungsvertrag in diesen Punkten nachgebessert werden. Bereits jetzt wäre geregelt, dass Berlin vom Bund für bestimmte zusätzliche Aufgaben Geld bekommt (Ministerien, Botschaften, Staatsbesuche), aber das reiche eben nicht.
Entscheidend sei für ihn, dass es nicht bloß um mehr Mittel gehe, sondern um echte Kompetenz – denn „Hauptstadtschutz“ sei deutlich mehr als eine Ländersache. Berlins Möglichkeiten entsprächen in Sicherheitsfragen dem eines Bundeslands, ein Niveau, das für eine europäische Metropole eigentlich zu wenig ist. Als Reaktion schlägt Krach die Gründung eines Landessicherheitsrats nach Vorbild des Nationalen Sicherheitsrats auf Bundesebene vor, um die Zusammenarbeit zu stärken. Sein Appell an Berlins Regierung: Der Schulterschluss mit Bundesspitzen zu diesen großen Themen ist überfällig, gerade auch, weil die Charité zuletzt mit bundesweiter medizinischer Koordination etwa während Corona hervorstach. An vielen Projekten wie dem neuen Herzzentrum oder dem Translation Center für moderne Therapieforschung sei der Bund längst beteiligt. Letztlich sieht Krach sowohl in der Charité als auch in der Staatsoper Leuchttürme, die ein Zeichen über Berlin hinaus setzen und besonders auch Ostdeutschland sichtbarer machen könnten.
Steffen Krach fordert eine substanzielle Ausweitung der Bundesrolle bei zentralen Hauptstadtbereichen wie Sicherheit, Wissenschaft (insbesondere der Charité) und der Staatsoper. Er argumentiert, dass diese Einrichtungen und Funktionen von gesamtdeutscher Bedeutung sind und daher nicht allein Ländersache bleiben sollten – besonders mit Blick auf die wachsenden Herausforderungen und die Sichtbarkeit Ostdeutschlands. Die aktuelle Diskussion wird vor dem Hintergrund angespannter Städtefinanzen und wachsender Sicherheitsrisiken geführt. In den letzten 48 Stunden berichteten verschiedene Medien darüber, dass Bund und Länder sich intensiv über die Zukunft der Hauptstadtfinanzierung sowie die Rolle national bedeutsamer Wahrzeichen und Institutionen austauschen – wobei besonders die Forderung nach einer klareren Kompetenzaufteilung und einer strukturell verankerten Bundesverantwortung im Zentrum steht.