Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion will im Zuge des CDU-Parteitags die Steuerlast für die viel zitierte arbeitende Mitte senken und argumentiert, eine Abflachung des Steuersatzes schaffe gerechtere Bedingungen für Arbeitnehmer und Mittelständler. Momentan zahlen viele Fachkräfte und auch viele Unternehmer den Spitzensteuersatz, was aus Sicht der MIT die Leistungskultur untergräbt und Innovation sowie Wachstum behindert. Kritik kommt unterdessen auch aus anderen Ecken, denn der Vorschlag bringt eine Debatte über soziale Gerechtigkeit und die Verteilung der Steuerlast zurück in die Mitte der Gesellschaft. Neuere Berichte, unter anderem von der Süddeutschen Zeitung und der Tagesschau, haben das Thema ebenfalls aufgegriffen: Zum einen gibt es Befürchtungen, dass die Kassenlage des Bundes durch großzügige Steuerentlastungen weiter strapaziert werden könnte; zugleich verweisen einige Ökonomen darauf, dass Deutschland im internationalen Vergleich einen recht progressiven Steuertarif für mittlere Einkommen habe. Besonders im aktuellen Kontext – Unsicherheit wegen Konjunkturprognosen und der angespannten Haushaltslage – bekommt die Debatte um Steuergerechtigkeit eine neue Dringlichkeit.
heute 20:38 Uhr