CDU verliert an weiblicher Basis: Frust trotz Frauenquote

Trotz großer Versprechen bei der CDU gelingt die Anziehung weiblicher Mitglieder kaum – die Zahlen sprechen eine ernüchternde Sprache.

heute 18:24 Uhr | 3 mal gelesen

Berichte aus der CDU-Zentrale lesen sich wie ein Déjà-vu: Die Partei, die immer wieder betont, Frauen stärker einbinden zu wollen, verliert ausgerechnet dort den Anschluss. Ein Blick in den aktuellen Gleichstellungsbericht – veröffentlicht im 'Handelsblatt' – zeigt: Im Oktober 2025 waren noch 95.505 Frauen Mitglied. Das sind nicht nur weniger als im Vorjahr, sondern sogar ein deutlicher Rückgang verglichen mit 2022, als die 100.000er-Marke überschritten war. Klar, der prozentuale Frauenanteil lag im bundesweiten Schnitt bei 26,6 Prozent, also ein Mini-Plus von 0,1 Punkten. Aber auf die Zahlen bezogen ist das eher das berühmte Pfeifen im Walde. Interessant dabei: Zwischen den Bundesländern variieren die Frauenanteile von 35,2 Prozent in Hamburg bis runter auf 24,5 Prozent in Niedersachsen. Bei kommunalen Mandaten sinkt der Anteil weiter, etwa in Sachsen-Anhalt – da besetzen Frauen gerade mal 14,8 Prozent der Posten, in Hamburg immerhin 34,2 Prozent. Christina Stumpp, aktuell stellvertretende Generalsekretärin, macht nach wie vor Front für mehr Teilhabe und setzt sich für die Umsetzung der Frauenquote ein. Sie betont, wie sehr alle profitieren, wenn Frauen auf Augenhöhe mitbestimmen. Nichtsdestotrotz gesteht sie ein, dass besonders auf kommunaler Ebene dringender Handlungsbedarf bestehe – von klaren Durchbrüchen keine Spur. Die 2022 eingeführte Quote verpflichtet mittlerweile, dass bei Vorstandsämtern die berühmte 'fifty-fifty'-Regel gilt – und zwar überall, von Bundesvereinigung bis zum Kreis, mindestens bis 2029. Beim bevorstehenden Parteitag in Stuttgart steht die Umsetzung der paritätischen Besetzung erneut auf der Tagesordnung.

Der aktuelle Gleichstellungsbericht der CDU hat ein Problem offengelegt, das parteiintern schon geraume Zeit schwelt: Die Mitgliederzahlen der Frauen sinken kontinuierlich, trotz ambitionierter Quotenregelungen. Besonders auf den unteren Ebenen, zum Beispiel in den Kommunen, fällt die Umsetzung der Gleichstellung sichtbar schwerer als auf Landes- oder Bundesebene. Stimmen aus der Partei, wie die von Christina Stumpp, machen zwar Hoffnung und betonen die Notwendigkeit eines vielfältigen Innenlebens – doch die Zahlen sind Augen öffnend: Mehr Symbolik als Substanz, zumindest derzeit. Laut aktuellen Analysen wird die Frauenquote auf den bevorstehenden Bundesparteitag erneut auf den Prüfstand gestellt, zahlreiche Mitglieder fordern stärkere Maßnahmen – von Mentorinnen-Programmen bis zu konkreten zeitlichen Vorgaben für die Umsetzung der Parität. In den Medien wird verstärkt darüber diskutiert, ob die momentanen Instrumente ausreichend sind oder eher das berühmte Feigenblatt darstellen – und es ist auffällig, dass sich ähnliche Debatten auch in anderen Parteien, etwa bei der SPD oder den Grünen, abspielen. Interessanterweise zeigt die demografische Entwicklung in Deutschland generell einen Rückgang des politischen Engagements junger Menschen – was perspektivisch das Problem gar noch vergrößern könnte.

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