Bundesregierung setzt auf demokratischen Wandel in Venezuela nach Machtübernahme

Nach der Inhaftierung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch US-Militärstreitkräfte erwartet die Bundesregierung eine friedliche und demokratisch legitimierte Entwicklung in Venezuela. Regierungssprecher Hille betonte dabei die schwierigen Umstände und die Hoffnung auf Neuwahlen.

05.01.26 12:04 Uhr | 37 mal gelesen

Es ist gar nicht so leicht, bei solchen politischen Umbrüchen den Überblick zu behalten. Berlin jedenfalls betont, dass sich vor allem keine neue Regierung aus dem Chaos heraus bilden soll, sondern geordnete Bedingungen geschaffen werden müssen. "Das Entscheidende ist, dass Venezuela nicht noch weiter ins politische Abseits schlittert", so Regierungssprecher Hille. Ein echter Neuanfang müsse her – und zwar durch freie, faire Wahlen. Allerdings gibt es Skepsis, was die Pläne der USA angeht: Auf die Frage, ob Washington wirklich einen klaren Plan habe, bleibt Hille vage und verweist darauf, dass die Bundesregierung sich zu bloßen Annahmen nicht äußere. Offenbar herrscht intern ein gewisses Zögern, vielleicht auch Unbehagen angesichts der Ereignisse.

Die Bundesregierung beschreibt die Lage in Venezuela als hochkomplex und setzt auf eine rasche Rückkehr zu demokratischen Strukturen. Dabei machen offizielle Stimmen keinen Hehl daraus, dass sie einen Machtwechsel nur dann begrüßen, wenn daraus ein stabilerer Staat mit legitimer Regierung hervorgeht. Nach aktuellen Medienberichten gibt es jedoch noch viele Fragezeichen: Der Militäreinsatz der USA stößt international teils auf Besorgnis, und demokratische Prozesse könnten inmitten dieser Unruhe leicht aus dem Blick geraten. Zudem diskutiert die EU momentan, wie sie sich zu dem Umsturz positionieren soll, wobei jedoch weiterhin eine friedliche Lösung und der Dialog mit allen Akteuren im Fordergrund stehen. Laut einer Analyse der "Süddeutschen Zeitung" drohen in Venezuela chaotische Verhältnisse, falls es keinen klaren und inklusiven Fahrplan für Wahlen gibt. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ergänzt, dass die aktuelle Lage vor Ort angespannt bleibt und die internationale Gemeinschaft zwischen Hoffnung und Skepsis bezüglich des geplanten Neuanfangs schwankt.

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