Ganz ehrlich: Immer wieder flammt die Debatte auf, ob nun für Sicherheit oder für Umweltmaßnahmen – wie etwa neue Bäume in unseren Städten – das Geld ausgeben werden sollte. Markus Guhl vom BdB bringt es auf den Punkt: Warum muss das in Deutschland eigentlich ein Konkurrenzkampf sein? "Natürlich braucht jede Gesellschaft ein Mindestmaß an Schutz und Prävention. Aber diese seit Jahren kolportierte Idee, Klimavorsorge und innere Sicherheit würden sich widersprechen, ist eine Sackgasse." Guhl erinnert: Gesunde Stadtbäume sind alles andere als 'grünes Beiwerk'. Gerade angesichts der immer häufigeren Hitzewellen, Dürreperioden und Starkregen sind sie mittlerweile regelrechte Lebensretter – für Gesundheit, Lebensqualität und Infrastruktur.
Das Argument, als sei schlicht zu wenig Geld im Topf, hält er für vorgeschoben. "Es gibt längst Wege, beide wichtigen Aufgaben angemessen zu finanzieren. Ein gesellschaftlicher Diskurs tut not – und zwar ohne die ständige Gegenüberstellung von Polizei und Platanen." Der BdB spricht sich klar für eine ehrliche Diskussion aus. "Sicher ist, eine gesunde Gesellschaft braucht Schutz – und ein lebenswertes Umfeld. Das muss zusammen gedacht werden."
Zur Einordnung: Der BdB vereinigt um die tausend Baumschulbetriebe in Deutschland, die gemeinsam in 14 Landesverbänden organisiert sind. Die Branche zieht Saat, pflegt Jungpflanzen, vermehrt Gehölze auf etlichen Hektar Land und erwirtschaftet über eine Milliarde Euro Wertschöpfung Jahr für Jahr. Das Motto: 'Grün ist Leben.' Und wer sich in deutschen Innenstädten an einem Sommertag einmal unter eine Kastanie gerettet hat, weiß, da steckt viel Wahrheit drin.
Die Forderung, Baumpflanzungen zugunsten von Sicherheitsmaßnahmen zu vernachlässigen, sieht der BdB als kurzsichtig. Angesichts klimatischer Veränderungen sind Bäume in Städten kein Luxus, sondern Teil einer überlebenswichtigen Daseinsvorsorge. Neuere Recherche zeigt: Viele Städte weltweit setzen mittlerweile auf massive Investitionen in urbane Begrünung – zum Beispiel Paris, das innerhalb weniger Jahre Millionen Euro für 'grüne Inseln' im Stadtzentrum ausgibt, auch um das Stadtklima abzukühlen und soziale Spannungen abzubauen. In deutschen Medien wurde kürzlich erneut betont, wie sehr Bäume zur Verbesserung der Luftqualität beitragen und das Risiko von Hitzetoten senken können (Quellen: taz.de, sueddeutsche.de). Innenpolitisch liegt der Knackpunkt tatsächlich im politischen Willen, beides – also Sicherheit und Klimaresilienz – gleichzeitig zu finanzieren. In aktuellen Diskussionen fordern verschiedene Umweltverbände, das Thema der Stadtbegrünung nicht nur als 'Wohlfühlprojekt', sondern als gerechtfertigte Investition in die Lebensqualität und Gesundheit zu begreifen.