Leben an der scharfen Kante – Eine Doku über die Bundeswehr in Litauen
Köln – Die Bundeswehr zieht erstmals mit der 'Brigade Litauen' dauerhaft mit einer großen Einheit nach Osteuropa. Rund 5.000 deutsche Soldat:innen samt ihren Familien sollen bald mitten im litauischen Wald ihr neues Zuhause finden. Nah an der Grenze zu Belarus entsteht derzeit eine komplett neue Militärstadt – mit allem, was dazugehört: moderne Trainingsanlagen, Wohnraum, Infrastruktur, Werkstätten. Im Zweifel ist das der letzte Vorposten.
heute 01:09 Uhr | 3 mal gelesen
Panzerbrigade 45 – das klingt nach schwerem Gerät, aber dahinter steckt auch politisches Symbol: Deutschlands Versprechen an die NATO, es wirklich ernst zu meinen. Im Mai 2025 rollt die Brigade offiziell an, mitten in Vilnius: neue Flagge, Soldaten mit Stolz in den Stiefeln, Musik, Kanzleransprache, Präsidenten-Händedruck. Bis 2027 soll alles stehen: eine Mammutaufgabe und teures Vorhaben, aber für Politik und Öffentlichkeit ein Meilenstein der sogenannten Zeitenwende.
Litauen? Die bauen kräftig mit. Schlafplätze, Kitas, Schulen, lauter neue Gebäude, fast eine kleine Stadt. Die Baubranche erzählt von goldenen Zeiten, und sogar eine Munitionsfabrik – gemeinsam mit Rheinmetall, alles nach NATO-Standard – ist geplant. Sogar Leopard-2-Panzer werden bald direkt vor Ort zusammengebaut. Unglaublich, wie rasant diese Kooperation gewachsen ist.
Die Schatten der Vergangenheit sind in Litauen spürbar. Seit Putins Einmarsch in die Ukraine ist die Angst vor einer neuen russischen Aggression präsent. Die Gesellschaft steht mehrheitlich hinter der Bundeswehr-Präsenz. Aber die Kehrseite? Viel Kritik an Kosten, zunehmender Militarisierung, Misstrauen und einiges an politischen Debatten.
Deutschland wiederum – Drehkreuz für Truppenverlegungen, Logistik, Stab und Planung. 800.000 mögliche alliierte Soldaten und fast eine Viertelmillion Fahrzeuge sollen im Ernstfall durch die Republik rollen können. Und das ist kein bloßes Gedankenspiel, sondern praktisch erprobt.
– Das ARD Radiofeature zur Bundeswehr in Litauen läuft ab 2. März 2026 in der Audiothek sowie auf hr2-kultur, SWR Kultur, BR 2, SR kultur, Bremen Zwei, NDR Info, NDR Spezial, WDR 5 und MDR Kultur.
Pressefotos findet man unter ARD-Foto.de und die Presselounge des WDR liefert alle Details.
Die dauerhafte Stationierung der Bundeswehrbrigade in Litauen ist eine der markantesten Folgen der europäischen Zeitenwende und ein klares Zeichen an Russland – sie bringt jedoch zahlreiche Herausforderungen mit sich. Wohnungsbau, Infrastruktur, gemeinsame Rüstungsprojekte und gesellschaftliche Akzeptanz sind in vollem Wandel: Besonders die lokale Wertschöpfung und der litauisch-deutsche Schulterschluss in der Verteidigungsindustrie wachsen schnell, auch vor dem Hintergrund akuter Sicherheitsbedrohungen. Aktuell berichten taz.de über die wachsende Sorge im Baltikum und die Allianzbemühungen (die Zivilgesellschaft bleibt kritisch), während spiegel.de die logistische Mammutaufgabe und die Rolle Deutschlands als NATO-Drehscheibe ins Zentrum rückt. Ein Leitmotiv: Viel Zustimmung, aber ebenso Skepsis und Diskussionen zu Kosten und Langzeitfolgen.