Radtkes Worte wirken wie ein Schlussstrich. Die Überlegungen, mit der AfD ins Gespräch zu treten – so wie sie vormals Peer Steinbrück (SPD) angeregt hat –, hält er für realitätsfremd. Steinbrück hatte via Podcast betont, man müsse politische 'rote Linien' definieren und innerhalb dieser Parameter gesprächswillig sein. Radtke jedoch bleibt dabei: Die AfD auszuschließen ist kein taktischer Schachzug, sondern notwendiger Selbstschutz der demokratischen Mitte. Für ihn ist dieser Schutzwall eher eine Art politischer Impfschutz – zugespitzt formuliert. Die AfD stehe, so sein Fazit, weit abseits demokratischer Grundwerte und könne nicht wie ein störrischer Hund erzogen werden. Viel wichtiger, so argumentiert Radtke weiter, sei es, die Glaubwürdigkeit der eigenen Partei zu stärken und nahe an den Sorgen der Menschen zu bleiben – beides gerate zusehends ins Hintertreffen, was ihm große Sorgen bereitet. Und da drängt sich fast unwillkürlich die Frage auf: Wie lange hält eine Brandmauer, wenn sie von innen bröckelt?
Die Diskussion um eine mögliche Gesprächsbereitschaft der CDU gegenüber der AfD heizt sich weiter auf. Während der CDA-Vorsitzende Radtke entschieden gegen jegliche Annäherung argumentiert und darin den Schutz der demokratischen Kultur sieht, gibt es aus anderen politischen Lagern wie der SPD auch überlegene Stimmen, die einen differenzierteren Umgang fordern und das Konzept der Brandmauer als nicht in Stein gemeißelt betrachten. Neuere Entwicklungen zeigen, dass die CDU mit der „Brandmauer nach rechts“ momentan noch feststeht, es aber vereinzelt in Kommunal- und Landespolitik schon Grenzfälle und Debatten über Kooperationen oder lokale Zweckbündnisse gibt. Die aktuelle politische Debatte wird also nicht allein auf Bundesebene, sondern zunehmend vor Ort ausgefochten, was zu Unsicherheit und teils hitzigen öffentlichen Diskussionen führt.