Das CDU/CSU-Papier holt weiter aus als viele vergleichbare Initiativen und fordert institutionelle Hebel gegen stetig wachsende Regulierungsflut auf europäischer Ebene. Interessant daran: Die Idee einer zentralen Prüfbehörde mit Veto-Recht würde die bisherige Kompetenzverteilung in den Brüsseler Institutionen erheblich verschieben, was sicher für politischen Streit sorgen dürfte. Zugleich wäre eine knallharte finanzielle Verknüpfung der Mitgliedsbeiträge mit messbarem Bürokratieabbau ein Novum – und könnte innerhalb der EU für Zündstoff sorgen. Während viele Unternehmen immer wieder die Belastung durch Dokumentationspflichten und Vorgaben beklagen, stehen auf der anderen Seite politische Kompromissprozesse, in denen Gesetzgebung auch als Mittel zum europäischen Interessenausgleich betrachtet wird. Kritiker könnten zudem einwenden: Nicht jede Regel ist Ballast – manchmal sichert sie Mindeststandards oder schützt Verbraucher. Ein Aspekt, den die Initiatoren wohl nicht ganz aus den Augen verlieren sollten. Dazu kommt: In aktueller Berichterstattung, etwa bei der FAZ und der Süddeutschen, wird immer wieder auf die schleppende Umsetzung bereits beschlossener Entlastungen hingewiesen, etwa beim digitalen Binnenmarkt oder bei Nachhaltigkeits-Berichtspflichten. Ebenfalls relevant: Die EU-Kommission hat jüngst eigene Vorschläge zur Vereinfachung der Regulierung eingebracht, darunter eine „Bürokratiebremse“, die neu angekündigte Vorschriften mit alten verrechnen will.
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