Vor Kurzem tauchte eine neue Forsa-Befragung auf, die für mich durchaus erstaunliche – vielleicht ernüchternde – Zahlen zutage förderte: Ein Großteil der Menschen, die noch keinen Glasfaseranschluss zu Hause haben, verspürt gar keinen Drang, das zu ändern. Ehrlich gesagt hätte ich mit mehr Technik-Euphorie gerechnet. Aber, nein: 74 Prozent sagen pragmatisch, ihr aktuelles Internet reicht völlig aus, Punkt. Die Kosten sind vielen dann der zweite Knackpunkt – sowohl vertraglich (28 Prozent), als auch für die Einrichtung selbst (27 Prozent). Erstaunlich fand ich auch: Jeder Fünfte fühlt sich schlichtweg nicht ausreichend mit dem Thema Glasfaser aus. Offenbar gibt es da noch Info-Defizite. Gerade mal 29 Prozent der Befragten haben sich bisher für einen Glasfaservertrag entschieden. Von denen klagen 27 Prozent, wenn ich das richtig lese, über allerhand Probleme: Verzögerungen beim Ausbau, Schwierigkeiten bei der Freischaltung und, ganz klassisch, Bauschäden bei den Installationen. Die Verbraucherzentralen berichten ebenfalls über eine Flut an Beschwerden. Das klingt, als hätte Glasfaser noch einen weiten Weg, bis das Angebot wirklich überzeugt. Lina Ehrig vom Verbraucherzentrale Bundesverband bringt es offen auf den Punkt: schnelles und bezahlbares Internet werde künftig nur über Glasfaser gehen, aber solange Preise hoch seien und der Ausbau kompliziert bleibe, schlage kaum jemand freiwillig zu. Nebenbei: Die Umfrage basiert auf 1.001 repräsentativ ausgewählten Personen, die über ihren Internetanbieter daheim (mit)entscheiden. Finde ich, braucht Offenheit und manchmal mehr als nur Hochglanzprospekte – vielleicht ein bisschen weniger Marketing, ein bisschen mehr handfeste Praxis.
Die Zurückhaltung der Deutschen gegenüber Glasfaser hat mehrere Wurzeln: Für viele scheint der Umstieg schlicht nicht attraktiv genug – die meisten fühlen sich mit ihrem bisherigen Anschluss gut versorgt, andere schrecken Kosten oder mangelnde Informationen ab. Außerdem fällt auf: Wer bereits gewechselt hat, berichtet häufig von Problemen wie Verzögerungen oder technischen Komplikationen, was potentielle Neu-Interessenten weiter abschreckt. Die Verbraucherzentralen sehen dringenden Handlungsbedarf: Transparenz und Machbarkeit müssten steigen, damit Glasfaser mehr als ein Technikversprechen bleibt. Neuere Diskussionen betonen zudem, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Glasfaser-Verfügbarkeit langsam aufholt, aber der Flächenausbau dennoch schleppend verläuft – laut einer aktuellen Studie hinken gerade ländliche Räume weiterhin hinterher. Die Bundesregierung plant, den Ausbau mit höheren Investitionen und besseren gesetzlichen Rahmenbedingungen anzuschieben. Auch wird vermehrt gefordert, beim Thema Aufklärung und Kostentransparenz nachzulegen, um Privatpersonen und kleinere Unternehmen besser mitzunehmen.