China-Besuch von Wadephul: Neue Hoffnung für deutsch-chinesische Beziehungen?

Mikko Huotari, der Leiter des Mercator Institute for China Studies (Merics), betrachtet die Reise von CDU-Politiker Johann Wadephul nach China als willkommenen Schritt zur Normalisierung des angespannten Verhältnisses zwischen den beiden Ländern.

08.12.25 00:03 Uhr | 70 mal gelesen

Es ist schon spannend, wie viel politischer Fingerspitzengefühl gefragt ist, wenn sich zwei wirtschaftliche Schwergewichte wie Deutschland und China begegnen. Huotari meint ziemlich klar: Der aktuelle Besuch ist ein Versuch, wieder Alltag zwischen Berlin und Peking einkehren zu lassen – was, ehrlich gesagt, längst überfällig schien. Nach Klingbeils Trip war schon ein Teil der Irritation geglättet, Wadephuls Besuch könnte jetzt das Fundament erneuern. Interessanterweise war die kurzfristige Absage der letzten Reise aus Huotaris Sicht nachvollziehbar, schließlich waren Chinas Bedingungen recht mager. Doch: Insgeheim scheint das größere Problem, dass China vermehrt die Spielregeln festlegt, was Berlin erst nach und nach zu begreifen scheint. Huotari rät deshalb, den Ton zu mäßigen und weniger in der Lautstärke, sondern mehr in Inhalten zu sprechen – laut sein, ohne echten Inhalt dahinter, sei wenig zielführend. Der weichere Umgangston war bei Macron und Klingbeil offenbar auch der Türöffner in Peking. Fraglich bleibt nur, ob daraus tatsächlich mehr erwächst oder ob Peking hauptsächlich Ruhe im diplomatischen Gebälk sucht. Diese Unsicherheit klingt irgendwie mit – und ehrlich, diese Balance zwischen Entgegenkommen und Durchsetzungsvermögen wird Deutschland wohl noch länger beschäftigen.

Die Gespräche zwischen Deutschland und China bewegen sich derzeit zwischen vorsichtiger Annäherung und strategischer Zurückhaltung. Während Huotari optimistisch ist, dass ein gemäßigter Ton Zugang verschaffen kann, bleibt Skepsis, ob dies zu tatsächlichen Fortschritten führt. Weitere Hintergrundberichte betonen, dass deutsche Unternehmen sich zunehmend auf eine komplizierte Lage im Umgang mit China einstellen müssen: Neben den politischen Irritationen gibt es weiterhin massive Herausforderungen bei wirtschaftlichen Abhängigkeiten und geopolitischen Interessen. Neuere Entwicklungen deuten an, dass China auch in anderen EU-Staaten verstärkt über die Rahmenbedingungen von Delegationsreisen bestimmt und diplomatische Normalität eher nach ihren Vorgaben definiert. In der veröffentlichten Meinung zeichnet sich zudem ab, dass die Bundesregierung derzeit eine Doppelstrategie fährt: Einerseits steht Zusammenarbeit auf der Agenda, andererseits werden Abhängigkeiten kritischer geprüft. Die Haltung der EU gegenüber China wird zudem immer stärker von sicherheitspolitischen Erwägungen beeinflusst, wie die aktuellen Reaktionen auf Macrons Peking-Besuch zeigen.

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