Chinesische Plug-in-Hybride erobern Europas Straßen im Eiltempo

Chinas Autohersteller erleben mit Plug-in-Hybriden derzeit einen regelrechten Höhenflug in Europa – und das nicht ohne Folgen für den Markt.

heute 20:16 Uhr | 3 mal gelesen

Die jüngsten Zahlen des Branchendienstes 'Dataforce' sorgen für hochgezogene Augenbrauen: Chinesische Marken legten im Bereich der Plug-in-Hybride in Europa um satte 645 Prozent zu, während der Gesamtmarkt für diese Fahrzeuge nur um 33 Prozent wuchs. Dieses rasante Wachstum ist bemerkenswert – und ehrlich gesagt für etablierte Hersteller im Westen teils beängstigend. Auffällig ist vor allem, dass die asiatischen PHEVs, im Gegensatz zu reinen E-Autos, bisher von den EU-Strafzöllen verschont bleiben. Ein kleines juristisches Schlupfloch, das durchaus große Auswirkungen hat: In den Verkaufscharts schlägt sich das längst nieder. Der BYD Seal U etwa stürmt als meistverkaufter Plug-in-Hybrid Europas mit 72.800 Zulassungen direkt an die Spitze – und lässt den früher so dominanten VW Tiguan (in seiner Hybridversion) mit rund 66.000 Einheiten knapp hinter sich. Die Grundlage dieses Rankings? Zahlenmaterial von 27 EU-Ländern, einschließlich Großbritannien, Norwegen, Island und der Schweiz. Man sieht: Die Landkarte der europäischen Autowelt wird gerade neu gezeichnet.

Chinesische Plug-in-Hybride feiern einen kometenhaften Aufstieg auf dem europäischen Markt: Mit einem gigantischen Zuwachs von 645 Prozent stechen sie sämtliche Wettbewerber aus, und zwar deutlich. Ausschlaggebend für diesen Trend ist laut Branchenbeobachtern nicht nur die attraktive Preisgestaltung und die mittlerweile konkurrenzfähige Technologie chinesischer Hersteller, sondern vor allem die fehlenden EU-Strafzölle für PHEVs. Hinzu kommt die Unsicherheit vieler Käufer gegenüber reinen Elektroautos – teils wegen der Infrastrukturprobleme, teils wegen Reichweitenangst –, was Plug-in-Hybriden gerade aus China Rückenwind verschafft. Interessanterweise beobachten Analysten aber auch, dass sich europäische Hersteller nun verstärkt auf attraktivere und effizientere PHEV-Modelle konzentrieren, während politische Debatten über eine mögliche Ausweitung der Zölle auch auf diese Antriebsform zunehmen. Laut neuen Berichten steht der europäische Automarkt damit an einer Weggabelung, an deren Ausgang mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse zugunsten chinesischer Konzerne stehen könnte.

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