CDU warnt vor erneutem Grönland-Schwenk Trumps

David McAllister (CDU), Vorsitzender des EU-Außen­ausschusses, nennt den Streit um Grönland die vielleicht tiefste Bewährungsprobe für das Bündnis der Nato – und fordert, sich in Europa auf einen möglichen Kurswechsel des US-Präsidenten Trump vorzubereiten. Die EU habe bislang Schlimmeres verhindern können, müsse aber wachsam bleiben.

heute 19:00 Uhr | 5 mal gelesen

"Man darf nicht ausschließen, dass Trump seine Haltung zu Grönland wieder radikal ändert", so McAllister, der betont, wie wichtig die bislang besonnene Reaktion Europas war. Strohmänner, rote Linien, daran erinnerte die EU Trump sehr klar – insbesondere, wenn territoriale Grenzen ins Spiel kommen. Peter Altmaier, früherer Bundeswirtschaftsminister, sieht die Standhaftigkeit und Handlungsbereitschaft der Europäer als Trumpf: Besonders die offenen Worte europäischer Staatschefs in Davos hätten Eindruck hinterlassen – mehr als beschwichtigende Töne. Dennoch: Nachgeben wolle Trump keineswegs, meint Altmaier, und spricht von einer langwierigen Auseinandersetzung, in der noch viele Züge offen seien. Auch Bernd Lange (SPD), Chef des Handelsausschusses im EU-Parlament, teilt die Skepsis. Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen seien spürbar angespannt, Unsicherheit präge beide Seiten. Die EU könne, so seine Überlegung, im Fall neuer Drohungen durchaus einschneidende Maßnahmen gegen US-Technologiekonzerne prüfen – etwa, diese bei öffentlichen Ausschreibungen außen vor zu lassen oder ihre Services mit Abgaben zu belegen. Wirtschaftswissenschaftlerin Monika Schnitzer betont, dass die EU mittlerweile über feinere Werkzeuge verfüge als klassische Gegenzölle: Beispielsweise könne der Zugang amerikanischer Unternehmen zum europäischen Markt gezielt eingeschränkt werden, besonders im lukrativen Dienstleistungsbereich. Solche punktgenauen Maßnahmen wirkten nachhaltiger und setzten die USA gezielt unter Druck – ohne gleich den gesamten Handel lahmzulegen. Und ehrlich gesagt: In Zeiten, in denen Unsicherheiten schon fast zum neuen Alltag zählen, klingt eine Portion Skepsis durchaus nach gesundem Menschenverstand.

McAllister und andere CDU- wie SPD-Politiker sehen die Gefahr, dass Trump bei seiner Forderung nach Grönland erneut einen konfrontativen Kurs einschlagen könnte, was das transatlantische Verhältnis weiter strapazieren würde. Die EU habe zwar durch Klarheit und entschlossenes Handeln bislang eine Eskalation verhindern können, doch neue Drohungen der USA könnten gezielte Reaktionen gegen amerikanische Konzerne nach sich ziehen. Interessant ist: Internationale Analysten heben hervor, dass die US-EU-Beziehungen inzwischen nicht nur wirtschaftliches, sondern auch geopolitisches Gewicht in sich tragen – strategische Regionen wie Grönland könnten dabei immer stärker zur Zankapfel werden, etwa beim Thema Rohstoffe, Sicherheit und dem Einfluss auf den arktischen Raum. In aktuellen Berichten (u.a. bei DW und SZ) wird betont, dass mit einer erneuten Trump-Präsidentschaft die Eskalationsbereitschaft der USA auch ganz andere Felder als Grönland – wie Handelsabkommen und Sicherheitsgarantien – betreffen könnte. Gerade in den letzten Tagen diskutiert die deutsche Medienlandschaft intensiv, wie die EU ihre wirtschaftlichen und politischen Sanktionsmöglichkeiten kalibrieren sollte, um einerseits glaubwürdig zu bleiben und andererseits die Spirale gegenseitiger Abschottung zu vermeiden.

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