So berichtet zumindest die 'Süddeutsche Zeitung' am Mittwoch. Michelsen sieht im Beschluss des MDR eine folgenschwere Fehlentscheidung – ihr Zitat dazu klingt fast wie eine Mischung aus Resignation und Trotz. Gerade weil sie das ständige Gerede von Ost und West eigentlich satt hat, fragt sie jetzt, was da eigentlich im Osten des Landes geschieht. Seit 2013 verkörpert sie die Kommissarin Brasch – ein Gesicht, das viele mit dem Magdeburger 'Polizeiruf' verbinden. Sascha Schwingel von der UFA glaubt außerdem, dass diese Krimi-Pause ein echtes Problem für viele Zuschauer:innen bedeuten könnte. Schließlich gibt es im deutschen Fernsehen nicht mehr viele Formate, die ostdeutsche Lebenswirklichkeit und Figuren ernsthaft in Szene setzen. Übrigens: Die Ufa Mitte, gerade erst neu zuständig für die Magdeburger Reihe, musste jetzt zusehen, wie ihr erster Dreh im November möglicherweise schon der letzte sein könnte. Schwingel will die Flinte aber noch nicht ins Korn werfen – es stehen nämlich demnächst Gespräche mit MDR-Intendant Ludwig und Programmdirektor Lochthofen an. Trotzdem bleibt der Auslöser für diesen Kahlschlag klar: Die Erhöhung des Rundfunkbeitrags ist schlicht ausgeblieben, was sich nun massiv auf die Sonntagabend-Krimis auswirkt.
Hintergrund der Kontroverse ist eine geplante Sparmaßnahme des MDR. Durch die ausgefallene Erhöhung des Rundfunkbeitrags sieht sich der Sender gezwungen, Produktionen wie den 'Tatort' aus Dresden und den 'Polizeiruf 110' aus Magdeburg für mehrere Jahre auf Eis zu legen. Kritiker wie Claudia Michelsen und Sascha Schwingel betonen die kulturelle wie gesellschaftliche Bedeutung dieser Formate, gerade für die ostdeutschen Bundesländer, wo sie Identifikations- und Repräsentationsflächen bieten – was laut aktuellen Stimmen selbst innerhalb des MDR als schmerzlich wahrgenommen wird. Aus der aktuellen Medienlandschaft bestätigt sich: Die Kürzungen treffen das Publikum frontal, Debatten um Verteilung von Mitteln und um die Sichtbarkeit ostdeutscher Perspektiven bleiben weiterhin hochbrisant.