Deutliches Wachstum beim Auftragsbestand der Industrie im Mai – Maschinenbau als Zugpferd

Im Mai 2026 legte der real bereinigte Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe überraschend klar zu: 1,7 Prozent mehr als im April – ein Zeichen für belebte Geschäfte trotz weiterhin unruhiger Zeiten.

heute 09:24 Uhr | 2 mal gelesen

Dass der Mai 2026 für die deutsche Industrie ein ganz besonderer Monat war, zeigen eindrucksvoll die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts. Insgesamt stieg der – auf Preiseinflüsse angepasste – Auftragsbestand im Vergleich zum Mai des Vorjahres sogar um satte 9,5 Prozent. Die guten Zahlen kommen nicht von ungefähr: Besonders der Maschinenbau konnte mit einem Plus von 3,3 Prozent im Monatsvergleich deutlich zulegen. Etwas leiser, aber ebenfalls erwähnenswert, ist der Bereich für Datenverarbeitungsgeräte und elektronische Produkte – auch hier geht es um 3 Prozent aufwärts. Ein kleiner Dämpfer kam dagegen aus der Automobilbranche: Dort wurde im Mai ein leichter Rückgang (-0,8 Prozent) registriert. Schaut man genauer hin, fällt auf, dass Aufträge aus dem Ausland noch stärker zulegten als jene aus Deutschland: Ein Zuwachs von 2 Prozent von außen, während das Inland 0,9 Prozent beiträgt. Klassische Investitionsgüter-Hersteller stehen ebenfalls recht gut da, mit 1,6 Prozent mehr Aufträgen gegenüber April. Für Vorleistungsgüter gab es 1,2 Prozent Zuwachs, Konsumgüter legten sogar um 3,6 Prozent zu. Ganz interessant ist ein anderer Wert: Die sogenannte Reichweite – also wie lange die Firmen mit dem vorhandenen Polster ihre Produktion auslasten könnten, wenn keine neuen Aufträge mehr kämen – wächst leicht auf 8,9 Monate. Besonders Maschinenbauer (Investitionsgüter) können mit satten 12,4 Monaten Sicherheit planen, während Konsumgüterhersteller immerhin 4,2 Monate beschäftigt wären. Für Vorleistungsgüter bleibt alles beim Alten: 4,6 Monate. Die Berechnung dieser Reichweite: Sie ergibt sich, indem auf den aktuellen Auftragsbestand der Mittelwert der Umsätze aus dem letzten Jahr bezogen wird. Klingt zunächst abstrakt, ist aber eigentlich ziemlich bodenständig. Ein Zahlenspiel mit durchaus echten Folgen: Je länger die Reichweite, desto entspannter können Unternehmen in die nächsten Monate blicken – zumindest in der Theorie. Manches bleibt abzuwarten: Ob diese positive Entwicklung von Dauer ist, wird sich erst zeigen müssen. Erst der nächste Abschwung oder ein unerwarteter Engpass könnte den aktuellen Optimismus wirklich auf die Probe stellen.

Die deutschen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe haben ihren Auftragsbestand im Mai 2026 spürbar ausgebaut, wobei besonders Maschinenbau und der Bereich Elektronik als Wachstumstreiber fungierten. Das Plus beim Auftragsbestand aus dem Ausland unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen, während die Automobilindustrie erneut Zeichen von Schwäche zeigt. Längerfristige Planungssicherheit ist für viele Hersteller aktuell höher als in den Vormonaten, trotzdem bleibt angesichts geopolitischer Risiken und Unsicherheiten rund um Lieferketten der Ausblick vorsichtig optimistisch. Zusatzrecherche: Frische Presseberichte unterstreichen, dass gestiegene Auftragsbestände in der deutschen Industrie sich zuletzt auch bei den Exportzahlen bemerkbar machten; laut Süddeutscher Zeitung sprachen Branchenexperten dennoch von strukturellen Herausforderungen durch Digitalisierung und demografischen Wandel. Spiegel Online berichtet von Unruhe bei Zulieferern, da trotz voller Bücher steigende Energie- und Rohstoffpreise Sorgen bereiten. Die FAZ schreibt in ihrer neuesten Analyse, dass insbesondere der Maschinenbau von einer anhaltend starken Nachfrage aus Asien profitiert, gleichzeitig aber die Konsumgüterindustrie Schwierigkeiten sieht, den Schwung aufrechtzuerhalten.

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