Danger Dan nennt kurzfristige Ausladung beim ZDF einen Akt der Zensur

Nachdem Danger Dan plötzlich nicht mehr bei der ZDF-Kabarettsendung 'Die Anstalt' auftreten durfte, wirft er der Senderleitung offene Zensur seiner antifaschistischen Musik vor.

heute 10:15 Uhr | 2 mal gelesen

Im Gespräch mit dem 'Spiegel' fand Danger Dan, Rapper und politischer Songwriter, deutliche Worte: Wenn nun sogar öffentlich-rechtliche Intendanten antifaschistische Werke beschneiden, stelle das ein fatales Signal dar. Im Mittelpunkt steht sein neuer Song 'Keine Angst', der – ironischerweise fast zeitgleich mit der Aufregung – veröffentlicht wurde. Ursprünglich sollte er das Stück gemeinsam mit dem bekannten Pianisten Igor Levit in 'Die Anstalt' präsentieren. Doch kurzfristig zog das ZDF auf Anordnung der Spitzenführung die Notbremse. Begründung: Elemente des Textes könnten als Gewaltaufruf gewertet werden, was nicht mit den Senderprinzipien vereinbar sei, so zumindest die offizielle Sprachregelung. Die Redaktion der Sendung zeigte sich von der Entscheidung irritiert und ging sichtbar auf Distanz zur ZDF-Leitung. Im Text von 'Keine Angst' richtet Danger Dan unter anderem einen Gruß an die sogenannte 'Hammerbande', die von Gerichten bereits wegen erheblicher Straftaten verurteilt wurde. Dennoch wehrt sich der Künstler gegen den Vorwurf, zu Gesetzesverstößen zu animieren. Er sei der Letzte, der zu Anschlägen rufe – im Gegenteil, er lehne Gewalt in jeder Form strikt ab. Das eigentliche Problem, so Danger Dan, gehe von Neonazis aus. Sein Song solle Mut machen, sich – auf ganz individuelle Weise – dem Rechtsruck zu widersetzen. Man müsse keinen Aktivismus ins Extrem treiben, auch das bloße Widersprechen am Arbeitsplatz könne ein Anfang sein. Musik schaffe hier allenfalls Raum für Hoffnung. Seit der Veröffentlichung seines politisch polarisierten Albums 'Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt' im Jahr 2021 stehe er auch immer wieder selbst im Visier rechter Bedrohungen. Nichtsdestotrotz beharrt Danger Dan auf seinem Standpunkt: Angst zu haben, das dürfe keine Option sein.

Danger Dan wurde kurz vor seinem geplanten Auftritt in der politisch satirischen Show 'Die Anstalt' vom ZDF ausgeladen – insbesondere wegen seines neuen Songs 'Keine Angst', der teils eine als linksextrem eingestufte Gruppierung grüßt. Während das ZDF dies mit Programmrichtlinien und angeblicher Gewaltbefürwortung im Songtext begründete, werfen sowohl der Musiker als auch die Redaktionsleitung der Show der Senderführung vor, künstlerische Freiheit und Antifaschismus unnötig zu beschneiden. Der Vorfall hat in den vergangenen Tagen eine breite Debatte über die Grenzen von Meinungsfreiheit, Kunst und politischem Aktivismus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgelöst – zahlreiche Prominente und Kulturschaffende solidarisieren sich öffentlich mit Danger Dan; die Diskussion erstreckt sich von Fragen nach der Verantwortung des ZDF bis hin zu der Rolle kritischer Kunst im Kampf gegen Rechtsextremismus.

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