„Alice Weidel muss in ihrer Führungsriege endlich ordentlich ausmisten und die Personalfrage gründlich überdenken.“ Nach Angaben von Gottschalk hat die jüngste Blockade des Landesparteitags der NRW-AfD enorm geschadet und finanzielle Nachteile verursacht, für die er nun die Gruppenmitglieder verantwortlich machen will. Am Wochenende war der Parteitag durch eine Welle an Kandidaten aus dem Umfeld des Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich zum Stillstand gebracht worden – ein handfester politischer Eklat. Wie die Zeitung „Welt“ berichtet, existiert offenbar eine Chatgruppe namens „Operation Filibuster“, in der die Aktion koordiniert wurde. Die Gründung dieser Gruppe wird ausgerechnet dem Vize-Bundeschef und Vertrauten Weidels, Sven Tritschler, zugeschrieben. Außerdem sollen auch einige Mitarbeiter von Maximilian Kneller, Mitglied des Bundesvorstands, dort mitgemischt haben. Gottschalk nahm die jüngsten Ereignisse zum Anlass, die Parteispitze – allen voran Alice Weidel und Tino Chrupalla – zu einem Kurswechsel zu ermahnen und sie in einem Brief (wie „Welt“ berichtet) energisch zum Handeln aufzufordern. Er argumentiert: „Ausschließlich Sie als Bundesvorstandsmitglieder haben die Möglichkeit, gegen diese aus Ihren Reihen inszenierte Aktion etwas zu unternehmen.“ Wer jetzt nichts unternehme, lade den finanziellen Schaden für die NRW-AfD nicht nur fahrlässig, sondern mit bedingtem Vorsatz auf sich.
Im aktuell tobenden Richtungsstreit innerhalb der AfD fordert der nordrhein-westfälische Landesvize Kay Gottschalk entschlossene Konsequenzen von der Parteispitze: Nach dem Chaos beim jüngsten Landesparteitag – maßgeblich verursacht durch gezielte Störaktionen aus den eigenen Reihen – sieht er Bundesvorstandsmitglieder wie Sven Tritschler und Maximilian Kneller persönlich in der Pflicht, ihre Ämter niederzulegen. Gottschalk wirft ihnen vor, die mutmaßlich strategisch geplante Blockade nicht nur zu tolerieren, sondern sogar zu unterstützen – ein Vorgang, der dem Landesverband laut seiner Einschätzung erheblichen Vermögensschaden zufügte. Erste Stimmen in der AfD und auch außerhalb bezweifeln jedoch, ob Rücktritte tatsächlich eine Neujustierung der Partei bewirken würden oder ob die tieferliegenden Konflikte im AfD-Apparat damit überdeckt werden. Ein weiteres Detail: Das Chatprotokoll, das ans Licht gekommen ist, legt nahe, dass ein gezielter innerparteilicher Machtkampf tobt, bei dem auch die Frage nach der künftigen Ausrichtung von Weidels Führung offenbleibt. Des Weiteren haben die Spiegel-Redaktion und die Süddeutsche Zeitung darauf hingewiesen, dass sich dieser interne Streit vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Kritik und juristischer Überprüfungen der AfD weiter verschärfen könnte.