Höhere Abgaben auf Schaumwein? Für Johannes Steiniger von der Union ein No-Go. Der Agrar- und Ernährungsexperte der CDU/CSU-Fraktion warnte gegenüber Politico vor ernsthaften Nachteilen für Winzerinnen und Winzer. Laut Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen künftig verschiedene alkoholische Getränke – etwa Spirituosen, Alkopops und eben Schaumwein – mit 20 Prozent mehr Steuern belegt werden. Ziel sei ein Einnahmeplus für den klammen Bundeshaushalt – insgesamt 455 Millionen Euro, wie amtliche Kalkulationen sagen. Speziell bei Sekt wären etwa 65 Millionen Euro zusätzlich drin. Doch Steiniger stellt sich quer: In einem Moment, in dem es der Weinwirtschaft ohnehin nicht gut gehe, sei so eine Erhöhung das falsche Signal. Die Union plane, im Bundestag für den Sekt eine Ausnahme zu erwirken. Zudem äußerte Steiniger Skepsis am Vorgehen des SPD-Finanzministeriums: Die Abstimmung in der Ampel fehle und das Ganze sei so überhaupt nicht gemeinsam abgesprochen worden. Hintergrund: Die Wein- und Schaumweinbranche kämpft bereits seit Jahren mit sinkenden Absätzen – 2025 waren es laut Statistischem Bundesamt nur noch rund 240 Millionen Liter Schaumwein, was über ein Fünftel weniger als noch zehn Jahre zuvor bedeutet.
Die CDU/CSU-Fraktion lehnt energisch die von Bundesfinanzminister Klingbeil vorgeschlagene Sektsteuererhöhung ab, wobei besonders die Wirtschaftslage der Winzer und Produzenten im Fokus steht. Die Bundesregierung erhofft sich durch die geplanten Steuermaßnahmen signifikante Mehreinnahmen, doch gerade die Erhöhung bei Schaumwein ist angesichts anhaltend rückläufiger Absatzzahlen und einer angespannten Branchensituation hoch umstritten. Tatsächlich ist die Weinwirtschaft längst von Krisen geplagt, darunter unter anderem Inflation, sich verändernde Trinkgewohnheiten und internationale Konkurrenz – das berichten unter anderem aktuelle Berichte der Süddeutschen Zeitung sowie die FAZ, die auf die Proteste der Winzer und die Spaltung in der Koalition hinweisen. Darüber hinaus meldet die taz, dass Teile der Bundesregierung selbst intern über Zweck und Wirksamkeit der Steuererhöhung diskutieren, wobei insbesondere die Unterstützung kleiner Weinbaubetriebe als kritisch gilt.