Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am Montag vorläufige Zahlen veröffentlicht: Im April 2026 lagen die realen Umsätze im deutschen Einzelhandel kalender- und saisonbereinigt 0,3 Prozent niedriger als im März, während die nominalen Umsätze minimal um 0,3 Prozent anstiegen. Verglichen mit April 2025 ergibt sich real ein Minus von 0,3 Prozent, nominal jedoch ein Plus von 1,4 Prozent. Auffallend heftig trifft es die Tankstellen. Deren Umsätze rutschten infolge der politischen Unsicherheit im Nahen Osten im Monatsvergleich real um 4,0 Prozent ab, nominal immerhin nur um 1,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreswert sind die Einbußen noch markanter: Real minus 10,4 Prozent, aber nominal ein sattes Plus von 7,6 Prozent – eine Schere, die zeigt, wie stark die Preise angestiegen sind. Was oft übersehen wird: Zu den Tankstellenumsätzen zählen auch Shop-Erlöse.
Beim Lebensmitteleinzelhandel ein anderes Bild: Im April stiegen die Umsatzwerte zum Vormonat real wie nominal um gut 3 Prozent, zum Vorjahresapril jedoch real leicht gesunken (–0,1 %), nominal gestiegen (+1,4 %). Der Non-Food-Handel kam im April unter Druck – real wie nominal Minuswerte von 2,2 bzw. 2,0 Prozent, im Jahresvergleich stagniert es real nahezu (–0,2 %), während nominal noch ein kleines Plus bleibt. Interessant – aber jetzt wird’s wirklich speziell – sind die Entwicklungen beim Online- und Versandhandel: Im Monatsvergleich deutlich rückläufig (real –4,7 %, nominal –4,5 %), aufs Jahr gesehen jedoch leicht über Vorjahr (real +0,4 %, nominal +1,1 %). Tja, die Zahlen erzählen eben oft mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.
Die neuesten Einzelhandelszahlen spiegeln eine Mischung aus relativer Stabilität und kleinen Rückschlägen wider. Besonders auffällig sind die Preissteigerungen, die sich in der Schere zwischen realen und nominalen Entwicklungen, etwa an den Tankstellen, ablesen lassen – während die Menschen insgesamt weniger tanken, zahlen sie trotzdem mehr. Auffallend ist auch die Schwankung im Internethandel, der von der starken Dynamik der Pandemie und zunehmenden Lebenshaltungskosten beeinflusst scheint. Ergänzend recherchiert: Viele Expert*innen sprechen aktuell von einer Konsumzurückhaltung in Deutschland, ausgelöst durch Nervosität rund um internationale Konflikte, hohe Energiepreise und Unsicherheit bezüglich künftiger wirtschaftlicher Entwicklungen. Diskutiert wird zunehmend, inwieweit die Schwäche im stationären Einzelhandel strukturelle Ursachen hat, Stichwort Digitalisierung. Dass die Kauflaune nach wie vor gebremst ist, berichteten zuletzt mehrere Medien – insbesondere Blick auf die Ernährungsbranche, aber auch Mode- und Elektronikgeschäfte.