Die Amerikaner meldeten sich in Minute 37 eindrucksvoll zurück: Antonee Robinson nahm einen zurückprallenden Ball direkt aus der Luft und jagte ihn unhaltbar unter die Latte – ein echtes Highlight-Tor. In Hälfte zwei war es dann Leroy Sané, der nach Vorlage von Havertz und einem abgefälschten Abschluss den erneuten Führungstreffer für die DFB-Elf markierte. Auffällig blieb das druckvolle Startspiel der Deutschen, denen sogar ein weiteres Abseitstor durch Havertz aberkannt wurde. Nach Robinsons Ausgleich kamen die US-Boys besser ins Rollen, speziell Pulisic und McKennie prüften die deutsche Defensive mehrmals, doch ein konzentrierter Oliver Baumann im Kasten ließ nichts mehr zu. Nach der Pause hielten die vielen Einwechslungen das Tempo hoch, doch richtig gefährlich wurden beide Teams eigentlich nur noch selten. Amiri hätte fast auf 3:1 gestellt, verfehlte jedoch knapp das Gehäuse. Zwischenzeitlich, ganz ehrlich, sah es sogar so aus, als könnten die USA nochmal zurückkommen – aber daraus wurde dann doch nichts.
Das deutsche Nationalteam nutzte das Spiel gegen die USA als Generalprobe für die anstehende Weltmeisterschaft und konnte sowohl offensive Akzente als auch defensive Stabilität zeigen. Besonders Havertz und Sané präsentierten sich in starker Form und dürften Trainer Nagelsmann wichtige Optionen für das WM-Turnier geben. Allerdings deckten die quirligen Amerikaner in einigen Phasen defensive Schwächen der DFB-Elf auf – ein Umstand, an dem Nagelsmann in den verbleibenden Tagen bis zur WM sicher noch arbeiten muss. Laut taz war die Stimmung im Team gelöst, die Mannschaft erscheint optimistisch, doch Mahnungen, das Ergebnis nicht zu überbewerten, wurden auch laut. Die Süddeutsche berichtet, dass die Abwehrleistung unter Druck zwar besser wurde, aber die Chancenverwertung ausbaufähig bleibt. Somit steht die Nationalelf vor einer Gratwanderung aus Zuversicht und realistischer Selbsteinschätzung – typisch deutsch irgendwie.