Kaum jemand hatte nach der ersten halben Stunde noch besonders viel Hoffnung: Die Elfenbeinküste presste hoch, wirkte deutlich wacher – und tatsächlich schlug Franck Kessié eiskalt zu, als Neuhaus einen Abpraller nicht festmachen konnte. 1:0 Elfenbeinküste, die deutschen Gesichter sprachen Bände zwischen Frust und Ratlosigkeit. Schon davor wurden dem deutschen Team zwei Treffer wegen Abseits aberkannt – so ein Klassiker, der die Nerven und auch irgendwie die Lust auf das Spiel beansprucht. Erst irgendwann in der zweiten Halbzeit, als eigentlich alles schon gelaufen schien, viel Aufatmen: Deniz Undav verwertet eine präzise Amiri-Flanke (das Dreieck dieser beiden funktioniert zurzeit erstaunlich gut, finde ich), und plötzlich lodert doch wieder Hoffnung auf. Dann, kurz vor dem Schlusspfiff – die Nachspielzeit läuft schon – taucht erneut Undav im richtigen Moment im Strafraum auf und trifft. Plötzlich 2:1. Deutschland gewinnt das Spiel spät und sicher, der Sprung ins Sechzehntelfinale ist damit fix. Ein Spiel, das sich mehr nach Kampf als nach Glanz anfühlt – aber das kann auch seine Schönheit haben.
Deutschland landet im WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste einen späten 2:1-Erfolg. Nach Rückstand und zweimal aberkannten Treffern bringt Deniz Undav die DFB-Elf mit zwei Toren auf die Siegerstraße und sichert frühzeitig das Ticket fürs Sechzehntelfinale. Überraschend: Erst als der Druck besonders groß war, zeigte das deutsche Team seine Comeback-Qualitäten – vor allem Undav überzeugte als Matchwinner.
Rechercheschub: Besonders spannend ist ein Blick darauf, wie die Mannschaft auf den Rückstand reagiert hat. In mehreren Mediennachberichten wurde auf die mentale Stärke, das Engagement von Trainer und Bank sowie den Einfluss von Undav auf die Stimmung auf dem Platz eingegangen. Zudem blieb die deutsche Defensive nach dem Gegentor lange nervös und fast schon fassungslos, ehe nach dem Ausgleich spürbar Aufwind entstand.