Kaum zu glauben: Während auf den Meeren die Frachtraten einbrechen, mit einem Preisrückgang von über zehn Prozent, verteuern sich gleichzeitg Straßen- und Postdienstleistungen fühlbar. Die Nachfrage schwächelt auf See, Container stauen sich eher im Hafen als dass sie Rekordpreise erzielen – das drückt die Preise rapide nach unten.
Im IT-Bereich sieht man ein typisch deutsches Muster: moderate Anstiege, die auf erste Lohnanpassungen, teurere Beratung und gestiegene Softwarepreise hindeuten. Da merkt man, wie zahlreiche IT-Dienstleister ihre jährliche Kostenschraube durchaus weitergeben, aber eben in Dosen. Überraschend: Im Bereich der drahtlosen Telekommunikation sind die Preise sogar leicht rückläufig. Günstigere Handytarife, vielleicht, oder der Wettbewerb durch neue Anbieter.
Und dann der Immobiliensektor – da helfen auch keine Floskeln: Mieten und Verwaltungskosten für Wohn- und Gewerbeimmobilien steigen kontinuierlich. Besonders die Vermittlung und Verwaltung von Immobilien wird deutlich teurer. Wer schon mal Maklerhonorare gezahlt hat, wird sich nicht wundern.
Bei den freiberuflichen und technischen Dienstleistungen ist die Lage ähnlich uneinheitlich: Zwar flaut das Tempo des Aufschlags langsam ab, aber in speziellen Bereichen – etwa Rechnungswesen oder Rechtsberatung – müssen Unternehmen und Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Neue (natürlich teurere) Vergütungsordnungen lassen grüßen.
Nicht zuletzt fällt der Dienstleistungsbereich Verwaltung & Unterstützung auf, allen voran die Reinigungsbranche. Hier klettern die Preise kräftig (+4,9 %), was wohl auch an gestiegenen Tariflöhnen liegt. Und auch die Zeitarbeit kommt teurer, was sich teilweise durch höhere Betriebskosten oder den Mangel an Bewerbern erklären lässt.
Wenn man das alles zusammen nimmt, bleibt unter'm Strich ein schwankendes Bild: Wenig spektakulärer Gesamtdurchschnitt, aber in vielen Nischen tobt wohl noch immer das Preis-Karussell.
Im Jahr 2025 bewegten sich die Preise für Dienstleistungen in Deutschland überwiegend moderat nach oben – mit einem Plus von durchschnittlich 2,2 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Details allerdings zeigen, wie unterschiedlich der Preisdruck in den Branchen verteilt ist: Während etwa im Bereich Verkehr und Lagerei einzelne Segmente durch hohe Lohnabschlüsse und CO2-Abgaben verteuert wurden, fällt die Preisentwicklung in der Seeschifffahrt aufgrund schwacher Nachfrage und Überkapazitäten auffallend rückläufig aus. IT-Dienstleistungen und der Immobiliensektor folgen dem generellen Aufwärtstrend, wobei besonders spezialisierte Dienste wie Rechtsberatung oder Rechnungswesen Ausreißer nach oben markieren. Zu beobachten ist, dass die Preisdynamik im Vergleich zu den Vorjahren geringfügig nachlässt, die Krisenausläufer der letzten Jahre wirken aber nach, so dass je nach Branche der Preisdruck und das Erholungstempo auseinanderklaffen.
Ergänzend zeigen neue Medienberichte aus den letzten Tagen: Nach den jüngsten Tarifverhandlungen werden viele Dienstleistungen, besonders im Gebäudemanagement und in der Leiharbeit, von weiteren Preissteigerungen betroffen sein. Gleichzeitig belegen Zahlen, dass gestiegene Lohnkosten und steigende Energiepreise direkte Auswirkungen auf den Endkunden haben. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten durch geopolitische Faktoren (wie die weiterhin fragile Situation des Welthandels und Energieversorgung) bleiben ein Unsicherheitsfaktor, der die Preisentwicklung für Dienstleistungen auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 prägen dürfte.