Heute herrscht bei der Deutschen Presse-Agentur Stillstand: Verdi hat zum flächendeckenden Warnstreik aufgerufen – betroffen sind sämtliche Standorte, vom Hauptsitz bis zu den Landesstudios, ebenso wie die Tochterunternehmen. Offenbar ist das Tarifergebnis in weite Ferne gerückt. Besonders auffällig: So etwas hat es in dieser Form noch nie gegeben, wie Matthias von Fintel von Verdi betont. Zwar gab es vor einigen Jahren schon eine kurze Arbeitsniederlegung, aber einen kompletten Tag hat sich so niemand rausgenommen. Die Forderungen der Gewerkschaft sind nicht gerade dezent: Ein Fixbetrag von 250 Euro monatlich für nächstes Jahr, im Jahr darauf sollen die Gehälter noch einmal um 2,5 Prozent steigen (für rund 1,5 Jahre Laufzeit). Die dpa-Geschäftsführung bietet deutlich weniger und beharrt auf maximal 2,3 Prozent oder, je nach Modell, 110 Euro fix. Im März dieses Jahres wurde seitens der dpa kein neues Angebot mehr unterbreitet – seitdem herrscht Funkstille zwischen den Parteien. Das wird sich nun am 27. März zeigen, wenn in Berlin erneut verhandelt wird – Ausgang? Völlig offen und die Nerven bei vielen Beteiligten laut Aussagen aus dem Kollegenkreis mittlerweile ziemlich angespannt.
Verdi mobilisiert die Mitarbeitenden der dpa zu einem beispiellosen Warnstreik, nachdem monatelange Tarifverhandlungen ins Leere gelaufen sind. Während die Gewerkschaft vehement für eine kräftige Gehaltssteigerung kämpft, bleibt das Management bei eher zurückhaltenden Angeboten, was in der Belegschaft zunehmend für Frust und Verunsicherung sorgt. Mit der fünften Verhandlungsrunde Ende März steht möglicherweise eine Richtungsentscheidung bevor, aber ob und wie eine Annäherung gelingt, ist komplett offen. - Nachtrag aus der Recherche: Auch andere Medienhäuser beobachten die Situation mit Argusaugen, da bei mehreren großen Medienunternehmen parallel ähnliche Tarifkonflikte aufflammen. So berichten Spiegel und FAZ über eine generelle Welle von Streik- und Protestaktionen im Mediensektor aufgrund stagnierender Reallöhne und steigender Arbeitsbelastung. Besonders die Unsicherheit über die Zukunft von Journalismus und Nachrichtenarbeit spiegelt sich in der aktuellen Streikbewegung wider; dabei werden auch Fragen nach digitalen Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiterfassung und psychischer Belastung der Medienarbeiter lauter.