Seit 2017 laufen auf der Festung Hohensalzburg intensive Arbeiten an den Fürstenzimmern – wahrhaftige Schmuckstücke gotischer Baukunst. Im Zentrum: Die Goldene Stube. Deren historische Holzvertäfelung offenbarte bei den Restaurierungen zwei problematische Fehlstellen. Moderne 3D-Scan-Verfahren, computergesteuerte Fertigung und ökologische Holzfaser-Verbundstoffe boten einen bislang nicht gekannten Ansatz. In Kooperation mit lokalen Burgenverwaltern, Restaurierer:innen, dem Projektbüro BAUKULTUR2, der Fachhochschule Salzburg und dem Bundesdenkmalamt entstand ein Verfahren, das die kostbare Originalsubstanz schont und die Optik der Raumes treu bewahrt. Mit digitalem Zwilling und eigens entwickelten biobasierten Filamenten konnten beschädigte Stellen punktgenau nachgebildet und mittels restauratorischer Feinarbeit eingefügt werden.
Die Umsetzung liest sich wie aus einer Mischung aus Forschungsdrama und Handwerksleidenschaft: Ein tragbarer 3D-Scanner erfasste die Schäden millimetergenau. Basierend auf diesen Daten modellierte das Team passende Inlays, die über 3D-Druck entstanden – die Basis bildeten Holzreste und ein neu entwickeltes Bindemittel. Das Material agiert im Raum „wie echtes Holz“ – es reagiert auf Feuchtigkeit, fühlt sich authentisch an, ist aber gleichzeitig schonend für das Erbe.
Nach Abschluss der digitalen Phase setzte klassische Handarbeit an. Retusche und Strukturierung sorgten für die nahezu unsichtbare Anpassung im historischen Kontext – Rückbaubar und rein reversibel, versteht sich. Das Projekt wurde übrigens laufend vom Bundesdenkmalamt überprüft und erfüllt höchste Anforderungen der Denkmalschutz-Community.
Bemerkenswert ist nicht nur das technische Zusammenspiel. Es ist diese ungewohnte Synergie aus Pioniergeist, Handwerk und Verantwortung für das kulturelle Gedächtnis. Dass Digitalisierung im Denkmalschutz mehr ist als ein futuristischer Gag, zeigt die Festung Hohensalzburg so anschaulich wie kaum ein anderes Bauwerk im Alpenraum.
Das Gemeinschaftsprojekt auf der Festung Hohensalzburg lässt durch digital erstellte und 3D-gedruckte Holz-Inlays alte Pracht neu aufleben. Der eigentliche Clou liegt in der minimal-invasiven Methode: Durch millimetergenaues Vermessen und biobasierte Werkstoffe bleiben historische Substanz und Charakter erhalten. Laut aktuellen Berichten kann diese Vorgehensweise als Vorlage für vergleichbare Herausforderung im europäischen Kulturgutschutz dienen; nicht wenige Fachleute sehen in solchen Projekten die Zukunft werkgetreuer, umweltfreundlicher Restaurierung. Neuere Recherchen zeigen neben der Medialisierung einzelner Fortschritte auch, dass EU-geförderte Pilotprojekte für Digitalisierung in der Denkmalpflege seit 2023 zunehmen. Die Fachhochschule Salzburg arbeitet inzwischen mit mehreren Museen in Europa zusammen, um das Wissen um 3D-gestützte Holzrestauration zu transferieren. In Fachkreisen gibt es allerdings auch kritische Stimmen: Manche Restauratoren hinterfragen die Langlebigkeit der neuen Materialien und pochen weiterhin auf größtmögliche Reversibilität – ein Thema, das die Denkmalpflege beschäftigten dürfte.