Ein TEDDY mit Verband, Kinder mit kleinen Stethoskopen und eine Atmosphäre irgendwo zwischen Augenzwinkern und echtem Forschungsdrang – so zeigte sich das Forschungsfest auf dem weitläufigen Gelände der Charité. Die Nachwuchsmediziner*innen (zumindest für einen Tag) übten Nähen von Wunden an Stoffstreifen, tasteten mit selbstgebastelten Instrumenten ihren Kuscheltieren den Puls ab und lernten so ziemlich alles, was für Nachwuchsfragezeichen rund um den menschlichen Körper spannend ist. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär für Forschung, Technologie und Raumfahrt, drückte es nach der Veranstaltung treffend aus: Wer früh neugierig ist und seinen Körper versteht, bleibt gesünder – und vielleicht landen da sogar Ärztinnen und Ingenieure von morgen auf dem Campus. Bereits seit einigen Wochen drehen sich Aktivitäten in Horten, Kitas und Grundschulen in ganz Deutschland um das Thema ‚Gesundheit erforschen‘. Kinder schauten sich an, wie Pflaster helfen, wieso Impfungen nicht einfach Hokuspokus sind und warum das Immunsystem manchmal ganz schön schlau – und manchmal ziemlich überfordert sein kann. Das ist nicht nur spannend, da bleibt auch manches hängen. Krönender Abschluss: Ein gemeinsames Forschungsfest, dieses Mal in Berlin, organisiert mit der IHK und der Stiftung Kinder forschen. Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, stand der Organisation als Schirmherrin zur Seite und hob die Wichtigkeit des Forschertriebs hervor: Kinder wollen Antworten, die Aktion nimmt sie – und ihre Erzieher*innen – dabei ernst. Und, ganz ehrlich: Wer einen Minigips anlegen durfte, wird später vermutlich lieber mal nachfragt, als kopflos in Panik zu verfallen. Besonders kreativ wurde es, als die Band 3Berlin live performte und der Kinderarzt Dr. Nibras Naami in seinem Element war: Forschen, erzählen, erklären, dabei auf Augenhöhe für jedes schüchterne, laute wie neugierige Kind eine Antwort parat. Das Charité-Lernzentrum schob dazu gleich noch ein paar Mitmachstationen nach. Tobias Ernst von der Stiftung Kinder forschen erinnerte daran, wie wichtig die Arbeit der Pädagog*innen ist – schließlich lernen Kinder nicht nur Mathe und Medizin, sondern auch, zu sich selbst und anderen zu finden, Grenzen zu begreifen und neugierig zu bleiben. Das Ziel der MINTmachtage: Mädchen und Jungs gleichermaßen frühzeitig für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – und nachhaltige Entwicklung – begeistern. Und wer weiß, vielleicht trifft man in zehn Jahren jemanden wieder, der damals seinem Teddy auf dem Berliner Klinikflur das 'erste Pflaster‘ angelegt hat.
Die diesjährigen MINTmachtage, die von der Stiftung Kinder forschen organisiert wurden, hatten den Fokus auf Gesundheit und Medizin und fanden zentral auf dem Berliner Charité-Campus statt. Dort kamen Kinder aus mehreren Berliner Einrichtungen zusammen, um mit Experten wie Dr. Nibras Naami medizinische Fragen kindgerecht zu durchleuchten – von Wundversorgung, über Immunabwehr bis hin zu Impfungen. Die Aktion ist Teil einer deutschlandweiten Initiative, die frühkindliches Interesse für MINT-Fächer wecken möchte – immer in Verbindung mit aktuellem Forschungsgeist und unter dem Dach des bevorstehenden Wissenschaftsjahres 'Medizin der Zukunft' (2026). In verschiedenen Medien (z. B. Tagesspiegel, Berliner Morgenpost) wurde hervorgehoben, dass der frühe Kontakt zu Wissenschaft gerade jetzt, wo der Fachkräftemangel in Heilberufen wächst, besonders relevant ist – ähnlich wie bei vergleichbaren Projekten, bei denen Kinder bereits in der Grundschule Technik und Naturphänomene praktisch erleben dürfen. Aktuell wird in Bildungs- und Wissenschaftsdebatten immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Art projektbezogener Bildung gegen Genderklischees wirkt, Chancengleichheit fördert und nachhaltige Kompetenzen vermittelt, statt nur reines Faktenwissen zu vermitteln.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass die medizinische Frühbildung und MINT-Projekte nicht nur für kognitive Kompetenzen, sondern auch für soziale Fähigkeiten und Resilienz der Kinder eine Rolle spielen. Immer mehr Träger – auch aus der Wirtschaft – fördern solche Projekte mit Sachspenden oder der Bereitstellung von Räumen und Personal. Gerade der Bezug zur Arbeitswelt der Zukunft steht dabei im Fokus, wie das Bundesbildungsministerium auf verschiedenen Plattformen betont.