Klagenfurt feiert: Das doppelte Jubiläum der deutschsprachigen Literatur im Rampenlicht von 3sat

Mainz – Im Juni 2026 stehen die Tage der deutschsprachigen Literatur unter einem seltenen Stern: 100 Jahre Ingeborg Bachmann und gleichzeitig das 50. Bestehen des Bachmann-Preises laden nach Klagenfurt. Ab dem 24. Juni überträgt 3sat die gesamte Veranstaltungsreihe live – von der spannenden Auslosung bis zur festlichen Preisvergabe am 28. Juni. Wer die Schlaglichter, kleine Skandale und literarischen Entdeckungen nicht verpassen will, schaltet ein oder taucht im Livestream unter 3sat.de ein.

heute 16:10 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn sich Ende Juni in Klagenfurt Literaturliebhaber und Feuilletonistinnen versammeln, liegt gleich doppelt Festtagsluft in der Luft: Der 50. Bachmannpreis – und das hundertste Geburtsjahr von Ingeborg Bachmann. Beides gleichzeitig zu würdigen, ist fast schon ironisch, wenn man an die vielen hitzigen Debatten rund um die Veranstaltung denkt. Im Rampenlicht von 3sat werden ab 25. Juni 2026 vierzehn Wortakrobatinnen und -akrobaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erstmals ihre bislang unveröffentlichten Werke an die gefürchtete Jury bringen. Unter anderem lesen Gesche Heumann, Ozan Zakariya Keskinkilic, Seraina Kobler – aber auch weniger Bekanntes, was, ehrlich gesagt, die Spannung jedes Jahr aufs Neue aufflammen lässt. Jurychef Klaus Kastberger ist bekannt für seine kantigen Kommentare; mit ihm wägen unter anderem Mara Delius, Laura de Weck und Mithu Sanyal die Texte. Am Rande des literarischen Ringens gewährt am Donnerstagmorgen eine filmische Adaption von Bachmanns ‘Die Nacht der Verlorenen’ Einblicke in das Œuvre der Namensgeberin. Der alles entscheidende Moment – die Preisverleihung – wird am 28. Juni live gefeiert. Neben dem Bachmannpreis winkt auch der 3sat-Preis, mit respektablen 7.500 Euro dotiert. Im Anschluss gräbt Barbara Franks Dokumentarfilm "Un-zumutbar?! 50 Jahre Ingeborg-Bachmann-Preis" in der wechselhaften Geschichte des Preises. Überhaupt stehen überall kleine Geschichten im Mittelpunkt: Peter Fässlacher und Cécile Schortmann berichten direkt aus Klagenfurt für das 3sat-Magazin "Kulturzeit“. Am Rand, aber nie abseits: Zwischen Backstage-Gesprächen, Rückblicken mit Helga Schubert und leisen Anekdoten scheint das Literaturfest dieses Mal aufzublühen – ein kleines Wunder angesichts von Dauerkrisen und knirschenden Budgets. Und manches Mal fragt man sich: Hat nicht auch die Literatur einen eigenen Trost in Krisenzeiten? Vielleicht zeigen es die kommenden Lesungen.

Im Jahr 2026 stehen die Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt ganz im Zeichen von zwei feierlichen Jubiläen: Ingeborg Bachmann würde 100 Jahre alt, und ihr nach ihr benannter Literaturpreis wird zum 50. Mal verliehen. Herausragende wie weniger bekannte Autor:innen präsentieren ihre unveröffentlichten Texte vor einer hochkarätigen Jury – ein literarischer Wettbewerb, der sowohl Debatten als auch Überraschungen verspricht. In den letzten Jahren rückte etwa das Thema Diversität stärker in den Fokus; ganz aktuell wurde zudem mehr Transparenz in Juryentscheidungsprozessen gefordert, um der Kritik an mangelnder Vielstimmigkeit entgegenzuwirken. Der Bachmannpreis ist längst mehr als ein Nachwuchswettbewerb: In Debatten um finanzielle Kürzungen, aber auch angesichts der sich verändernden Literaturszene bleibt er ein Gradmesser für kontroverse gesellschaftliche Themen und experimentelle Texte. Der Austragungsort Klagenfurt erfährt regelmäßig erhöhte Aufmerksamkeit, wobei digitale und hybride Formate (wie Livestreams und begleitende Social Media-Diskurse) zunehmend die Reichweite und Interaktivität des Wettbewerbs erweitern. Zuletzt gab es einen deutlichen Trend, auch postmigrantische Perspektiven und feministische Positionen explizit einzuladen, was die Relevanz des Preises in Bezug auf aktuelle Literaturströmungen erhöht. Zugleich diskutieren Kritiker:innen immer wieder, wie der Preis im Spagat zwischen Tradition und Zukunft seine Glaubwürdigkeit behält.

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