Italos Chef bleibt beim Fahrplan: Kein Aufschub für den Deutschland-Start

Der italienische Schnellzug-Betreiber Italo lässt sich vom geplanten Markteintritt 2028 in Deutschland nicht abbringen – trotz politischer Hürden und Bahn-interner Zweifel.

heute 16:15 Uhr | 3 mal gelesen

Eigentlich klingt es wie ein klassisches Tauziehen: Gianbattista La Rocca, der Chef von Italo, hält unbeirrt an dem Zeitplan fest. 2028 will der ICE-Herausforderer hierzulande auf Schiene gehen. Im Interview mit dem 'Handelsblatt' erklärte La Rocca ziemlich unmissverständlich, dass eine weitere Verschiebung für das Unternehmen schwer tragbar wäre. Man habe bereits vor fünfzehn Monaten in das Abenteuer Deutschland gestartet, die nötige GmbH gegründet und ganz nebenbei 25 Millionen Euro in den Sand gesetzt – oder besser: investiert, so La Roccas Lesart. Mit Siemens existieren zwar bereits Vorverträge, aber die Produktion der Züge wurde nun schon um beinahe ein Jahr hinausgezögert. Eigentlich erstaunlich, wie schnell sich Produktionsfenster schließen können – bei Siemens droht genau das, falls weiterhin politischer Stillstand herrscht. Streitpunkt bleibt vor allem die Frage nach einer längerfristigen Trassenzusage: La Rocca fordert Planungssicherheit für mindestens ein Jahrzehnt, besser noch fünfzehn Jahre. Bislang jedoch muss Jahr für Jahr aufs Neue um die Genehmigung gebangt werden. Dagegen verweist Bahnvorständin Evelyn Palla auf... Brüssel – ein bisschen so, als schiebe man das Problem über den Zaun zum Nachbarn: Ab 2031 gibt es dort ohnehin neue Regeln zum Ticket für die Schienenwege. Also, ob es da noch Sinn ergebe, kurz vorher das ganze System umzubauen? La Rocca will nicht warten. Er drückt das so aus: "Wenn wir alles verschieben, bricht uns nicht nur der Zeitplan weg. Die gesamte Strategie steht auf der Kippe." Timing, Kosten, vielleicht sogar der Markteintritt – an all dem hängt die lang ersehnte Fahrgastpremiere.

Italo, der Betreiber der italienischen Hochgeschwindigkeitszüge, plant weiterhin den Einstieg in den deutschen Markt ab 2028 – trotz offener Fragen zur Trassenzuteilung und ungelöster Debatten um Genehmigungen. Der Vorstandschef, Gianbattista La Rocca, fordert dafür eine langfristige Planungssicherheit von mindestens zehn Jahren, was für privatwirtschaftliche Investitionen im Schienenverkehr eher untypisch ist, aber angesichts der hohen Anfangsinvestitionen sinnvoll erscheint. Während die Deutsche Bahn auf die kommende EU-Regelung im Jahr 2031 verweist und damit eine Verzögerung rechtfertigen möchte, hält Italo an seinem Vorhaben fest und warnt, dass weitere Verzögerungen gravierende Auswirkungen auf Kosten, Strategie und den gesamten Markteintritt haben könnten. Recherchen zeigen, dass internationale Wettbewerber aktuell wachsendes Interesse an Deutschland haben, aber vor ähnlichen bürokratischen und strukturellen Hürden stehen. Laut aktuellen Artikeln auf taz.de und spiegel.de ist der deutsche Bahnmarkt besonders für ausländische Anbieter schwer zugänglich, was durch häufig wechselnde politische Stimmung und mangelnde Infrastruktur verstärkt wird. Überdies berichten mehrere Quellen darüber, dass die Bundesnetzagentur in engen Abstimmungen mit Brüssel steht, wodurch Entscheidungen über Trassenzuteilungen mitunter zum Spielball europäischer Energie- und Verkehrspolitik geraten (laut FAZ und zeit.de).

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