Einzelhandel: Umsatz 2025 gestiegen, Internetboom und Dämpfer im Jahresverlauf

Im Jahr 2025 konnte sich der Einzelhandel über ein reales Umsatzplus von 2,7 Prozent und ein nominales Wachstum von 3,8 Prozent gegenüber 2024 freuen.

heute 08:14 Uhr | 2 mal gelesen

Tja, manchmal überrascht das Geschäft eben doch. Laut Statistischem Bundesamt, die Zahlen kamen am Montag, hat der Einzelhandel 2025 kräftig zugelegt – zumindest, wenn man sich die realen Zahlen anschaut (2,7 Prozent Zuwachs). Interessant: Die endgültigen Ergebnisse lagen um 0,3 Punkte über den ersten Schätzungen Anfang Januar. Während das erste Halbjahr noch besonders stark lief (plus 3,8 Prozent – ordentlich Schwung!), flaute der Lauf ab dem Sommer ab und das zweite Halbjahr kam mit 1,7 Prozent Zuwachs daher. Ein Grund für den enormen Boom zu Jahresbeginn war eine große Umstrukturierung bei einem Versand- und Onlinehändler. Offenbar wurden da Umsätze auf den deutschen Markt verrechnet, die zuvor woanders aufgetaucht wären – so landet plötzlich mehr im deutschen Topf. Ein bemerkenswerter Vergleich: 2025 liegt der Umsatz real nur einen Hauch (0,1 Prozent) unter dem bisherigen Rekordjahr 2021, aber nominal satte 17,3 Prozent drüber. Für Food-Fans: Der Verkauf von Lebensmitteln wuchs real um 1,1 Prozent – und wenn man die Inflation betrachtet, war das Plus nominal sogar 3,4 Prozent. Im Bereich Non-Food haben die Händler sogar noch deutlicher zugelegt, real 3,7 Prozent mehr, nominal 4,1 Prozent. Auffällig ist auch der Onlinehandel: Hier explodierten die Zahlen teilweise durch den Sondereffekt – über 10 Prozent Umsatzwachstum, und das in echt wie in der Kasse! Im Dezember, also zu Weihnachten, klingelten die Kassen noch mal ordentlich. Die Unternehmen machten real 3,2 Prozent und nominal 3,5 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresmonat. Saison- und kalenderbereinigt taugt der Dezember 2025 aber nicht zum Allzeithoch: Im Vergleich zu 2021 war das Umsatzniveau immer noch 4 Prozent niedriger. Im Vorjahr (Dezember 2024) war der Abstand mit -7 Prozent sogar noch größer. Die Monatsbetrachtung zeigt: Von November auf Dezember gab's real gerade mal 0,1 Prozent Plus. Im Monat davor war's eher eine Mini-Delle (-0,5 Prozent real, -0,9 Prozent nominal). Lebensmittel gingen im Dezember besonders gut, über zwei Prozent mehr als 2024. Non-Food stagnierte dagegen, fiel sogar im Monatsvergleich leicht zurück. Und ausgerechnet der Onlinehandel – nach dem Jahresstart-Boom – musste im Dezember Federn lassen: ein paar Prozent weniger als im Vorjahresmonat und auch weniger als im November.

2025 war für den deutschen Einzelhandel ein durchwachsen erfolgreiches Jahr: Besonders im ersten Halbjahr sorgte eine Onlinehandels-Umstrukturierung für kräftigen Rückenwind, im zweiten Halbjahr flaute der Schwung spürbar ab. Lebensmittel und Non-Food-Bereiche entwickelten sich unterschiedlich dynamisch, während der Internethandel im Gesamtjahr beeindruckte, jedoch im Weihnachtsgeschäft einbrach. Insgesamt verzeichnet der Einzelhandel weiterhin eine hohe nominale Wachstumsrate, die real – inflationsbereinigt – jedoch deutlich gedämpfter ausfällt. Neue Details und Entwicklungen: Die neuesten Berichte in den deutschen Medien zeigen, dass Inflation und Konsumzurückhaltung die Branche weiterhin prägen. Laut "Handelsverband Deutschland" planen viele Handelsunternehmen für das nächste Jahr vorsichtig, setzen aber verstärkt auf digitale Absatzkanäle und innovative Ladenkonzepte. Gleichzeitig befürchten einige Experten eine leichte Eintrübung der Kauflaune, da steigende Preise und Unsicherheit viele Haushalte verunsichern.

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