Energiewende: Westfalen-Chef fordert günstigeren Strom als Schlüssel zur Klimaneutralität

Münster/München – Wie kann der Umbau des Energiesystems ohne massive Kostenbelastung für Bevölkerung und Firmen funktionieren? Thomas Perkmann, Vorstandsvorsitzender der Westfalen-Gruppe, plädierte auf dem SZ-Nachhaltigkeitsgipfel besonders für bezahlbaren Strom und stabile Spielregeln, um die Energiewende voranzubringen.

heute 16:35 Uhr | 2 mal gelesen

Große Einigkeit herrschte unter den Diskutanten: Wird die Energiewende zu teuer, stockt die Unterstützung in Wirtschaft wie Gesellschaft. Perkmann brachte es auf den Punkt: "Es geht vor allem um bezahlbare Energie – sonst wird weder Wirtschaft noch Privatleute den Wandel wirklich tragen." Die Westfalen-Gruppe ist in Europa mittlerweile in sechs Ländern vertreten und versorgt zahlreiche Unternehmen mit Gas, Kraftstoffen und Wärmelösungen. Aus dem alten Geschäft mit fossilen Brennstoffen zieht sich das Unternehmen Schritt für Schritt zurück – stattdessen investiert Westfalen zum Beispiel in E-Mobilität und strombasierte Wärmelösungen. „Es reicht nicht mehr, sich nur an kurzfristigen Trends auszurichten – wir bauen jetzt schon für die nächsten zwanzig Jahre“, so Perkmann. Ein anderer Punkt: Für Unternehmen ist nicht nur der Preis entscheidend, sondern auch die Planungssicherheit. Laut Perkmann sind klare und stabile Gesetze wichtiger als ambitionierte Ziele: „Wirtschaft kann sich fast auf alles einstellen, aber nicht auf wechselnde Vorgaben.“ Die Erfahrungen beim Gebäudeenergiegesetz hätten gezeigt, dass ewiges Hin und Her vieles abwürgen kann – und am Ende auch die Motivation für Investitionen. Technologisch betonte Perkmann die Bedeutung der Wärmepumpe: Sie ist laut ihm effizienter als ihr Ruf, spart Energie und rechnet sich nach einer vollständigen Betrachtung oft schon heute. Um den Mittelstand voranzubringen, sieht er vor allem einen Hebel: Der Strompreis muss runter – politische Detailsteuerung bringe weniger als günstige Energie."Außerdem hindern langwierige Genehmigungen und schwerfällige Netzanschlüsse den schnellen Ausbau – nicht nur beim Heizen, auch beim Laden von E-Autos. Sein Fazit: "Was wir brauchen, ist weniger Bürokratie, klarere Vorgaben, günstigen Strom – dann kommt der Rest fast von allein."

Im Kern dreht sich die Debatte um ein Dilemma: Klimaschutz erfordert Investitionen, doch zu hohe Kosten gefährden sowohl die politische Zustimmung als auch den wirtschaftlichen Erfolg. Perkmann betont, dass neue Regeln und Preissprünge zu Unsicherheiten führen, die wiederum Investoren abhalten. Die Wärmepumpe setzt er als Paradebeispiel für erfolgreiche Technologie ein – mit dem Zusatz, dass der entscheidende Anreiz nicht Subventionen, sondern ein attraktiver Strompreis ist. Ergänzend lässt sich sagen: Die aktuelle deutsche und europäische Energiepolitik steht vor der Herausforderung, den Ausbau von Netzen und erneuerbaren Energien zu beschleunigen – doch bürokratische Hürden, etwa bei Genehmigungen oder Planungsverfahren, stellen weiterhin ein Problem dar. Auch zahlreiche Medien berichten, dass besonders Mittelständler unter der Strompreisentwicklung, aber auch unter Unsicherheiten durch wechselnde Lockerungen und Regulierungen leiden. Und: Neue Vorstöße aus Berlin setzen auf schnelleres Genehmigen und gezielte Entlastungen bei den Strompreisen; ob das reicht, um das nötige Investitionstempo zu erreichen, bleibt umstritten.

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