Die Idee kursiert schon länger in verschiedenen Gremien, jetzt wird sie konkreter: Ein Zusammenschluss von etwa 30 EU-Abgeordneten fordert, dass die Kommission künftig eine eigene Trophäe – man denkt an so etwas wie eine „Europäische Sport-Goldmedaille“ – für Spitzenathleten stiftet. Erik Marquardt, Vorsitzender der deutschen Grünen im Europaparlament, betont dazu gegenüber dem RND, dass Sport mehr sei als reiner Wettbewerb. Er könne über nationale Grenzen hinweg Brücken bauen. Im Kern gehe es den Initiatoren darum, mehr als nur Medaillen zu vergeben: Durch eine Ehrung auf europäischer Ebene rücke der kollektive Charakter von sportlichen Erfolgen in den Mittelpunkt. In Zeiten, in denen die Einheit der EU auf die Probe gestellt wird, könne ein solcher Preis, verbunden mit einer feierlichen Zeremonie etwa in Brüssel oder Straßburg, ein Zeichen sein. Wäre das nur Show? Die Abgeordneten meinen: Nein. Denn sportliche Vorbilder mit europäischer Ausstrahlung könnten jungen Menschen genau jene Werte vorleben, die heute oft vermisst werden. Übrigens – ob das dann am Ende in einer prunkvollen Gala endet oder eher im kleinen Rahmen bleibt, scheint noch offen.
Die Forderung der EU-Parlamentarier nach einem europäischen Sportpreis fällt in eine Zeit, in der Identifikation und Zusammenhalt auf gesamteuropäischer Ebene an Bedeutung gewinnen. Interessanterweise gibt es bisher keine vergleichbare Auszeichnung, die sportliche Erfolge jenseits nationaler Anerkennung im Kontext der europäischen Gemeinschaft würdigt. Verschiedene Nachrichtenportale berichten von einer positiven Resonanz auf den Vorstoß, aber es gibt auch Stimmen, die mahnen, den bürokratischen Aufwand und die politische Instrumentalisierung solcher Preise im Auge zu behalten.
Neuerdings verschärft sich die Debatte über die Rolle des Sports in der internationalen Politik der EU – etwa bei der Frage nach Inklusion, Diversität und Gleichberechtigung. Ebenso wird, laut aktuellen Berichten auf großen deutschsprachigen Nachrichtenseiten, diskutiert, ob und wie ein europäischer Preis tatsächlich Einfluss auf das Selbstverständnis junger Europäer haben kann. Auch der Blick auf andere Kontinente zeigt, dass vergleichbare Preise als Softpower-Instrumente dienen können.