EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas skeptisch bezüglich baldigen Friedens in der Ukraine

Kaja Kallas, die derzeitige EU-Außenbeauftragte, äußert erhebliche Zweifel an einem nahenden Waffenstillstand im Ukraine-Konflikt. Laut Kallas sieht sie keinerlei Anzeichen dafür, dass Russland tatsächlich an einem Dialog interessiert ist – und teilt damit nicht die Zuversicht mancher internationaler Partner.

heute 08:23 Uhr | 13 mal gelesen

Wenn man Kaja Kallas zuhört, spürt man eine Mischung aus Frustration und nüchternem Realismus. Am Montag, noch vor dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel, fand Kallas klare Worte: Sie habe nicht den Eindruck, dass die russische Verhandlungsführung den Wunsch nach einer echten politischen Lösung mitbringe. Es fehle schlicht an der Bereitschaft, sich auf konkrete Inhalte einzulassen. Sie bemerkte zudem, dass weiterhin massiver Druck – politisch wie militärisch – auf die Ukraine ausgeübt werde, zum Nachgeben zu bewegen. Doch ein Nachgeben bedeute keineswegs automatisch echten und nachhaltigen Frieden. Der Optimismus, den einige amerikanische Stimmen aktuell an den Tag legen, erscheint Kallas deshalb nicht nachvollziehbar. 'Ich sehe einfach nicht, dass wir in nächster Zeit große Fortschritte bei den Gesprächen erleben werden', so ihre ernüchternde Einschätzung. Man spürt, wie sehr Worte manchmal an Grenzen stoßen, wenn es um Konflikte wie diesen geht. Übrigens: wäre es nicht seltsam, gerade an solchen Punkten blind auf positive Prognosen zu vertrauen?

Kaja Kallas, die als EU-Außenbeauftragte eine Schlüsselrolle in der europäischen Außenpolitik spielt, hat am Rande eines Treffens in Brüssel ihre Zurückhaltung mit Blick auf einen kurzfristigen Durchbruch im Ukraine-Krieg bekräftigt. Nach ihrer Einschätzung fehlen auf russischer Seite ernsthafte Absichten, den Konflikt politisch beizulegen, was sie deutlich pessimistischer stimmt als einige amerikanische Beobachter. Betrachtet man den aktuellen Stand der Kämpfe und die diplomatischen Aktivitäten der letzten Wochen, zeigt sich Europa nach wie vor auf der Suche nach Lösungswegen, trotzdem scheint ein echter Wendepunkt weiterhin außer Reichweite – das bestätigt nicht nur Kallas, sondern auch zahlreiche internationale Stimmen. Darüber hinaus ist erwähnenswert, dass Russland und Ukraine zwar an einzelnen Orten erneut Gespräche geführt haben, aber substanzielle Fortschritte blieben bislang aus. Einige Analysten argumentieren, dass sich das Machtgleichgewicht auf dem Schlachtfeld vorerst kaum zu Gunsten einer schnellen Verhandlungslösung verschieben wird. Erwähnenswert ist dabei, dass viele EU-Mitgliedstaaten trotz der schwierigen Perspektive an der Unterstützung der Ukraine festhalten.

Schlagwort aus diesem Artikel