DGB fordert Merkels Nachfolger zu Ölpreis-Gesprächsrunde mit Branchengrößen auf

Weil der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Sorge hat, dass Mineralölkonzerne die geplante Steuersenkung auf Sprit nicht vollständig an die Kunden weitergeben, plädiert er für ein Spitzentreffen zwischen Politik und Ölindustrie bei Kanzler Friedrich Merz (CDU).

heute 06:13 Uhr | 3 mal gelesen

Stefan Körzell vom DGB-Vorstand forderte in einem Interview mit der 'Bild'-Zeitung (Mittwochsausgabe), Kanzler Merz solle die Top-Manager der Mineralölbranche ins Kanzleramt bitten. Seine Botschaft ist klar: 'Der sogenannte Tankrabatt darf nicht bei den Konzerngewinnen hängen bleiben, sondern muss den Verbrauchern und Betrieben tatsächlich zugute kommen.' Körzell fordert, dass der Bundeskanzler ein deutliches Zeichen setzt und den Mineralölkonzernen das Spiel mit überhöhten Preisen untersagt – bei diesem Thema dürfe es, so seine Ansicht, keine Ausflüchte oder halbherzige Lösungen mehr geben. Ob und wie so ein Ölpreisgipfel wirklich ablaufen würde, bleibt allerdings offen – ehrlich gesagt, solche Treffen enden ja gern in mehr Symbolik als Substanz. Aber vielleicht überrascht Merz das Land ja auch mal und greift tatsächlich mal härter durch.

Der DGB wendet sich mit scharfer Kritik an die Energiepolitik: Eine Energiesteuersenkung, die nicht bei den Menschen ankommt, nütze wenig, heißt es. Bereits in der Vergangenheit gab es Debatten und Untersuchungen dazu, ob Tankstellen und Mineralölkonzerne Steuervorteile wirklich weitergeben oder teilweise einbehalten. Aktuell steigen die Kraftstoffpreise in Deutschland trotz politischen Gegensteuerns weiter; es herrscht Verunsicherung, wem die Steuermaßnahmen tatsächlich zugute kommen. Inzwischen wird die undurchsichtige Preisbildung an den Zapfsäulen von der Monopolkommission und Verbraucherschützern scharf kritisiert. Diskutiert wird außerdem, ob Transparenzregeln strikter werden müssen und ob eine stärkere staatliche Kontrolle nötig ist. Die Branche argumentiert meist mit gestiegenen Rohölpreisen und globalen Lieferengpässen, aber Kritiker verweisen auf hohe Gewinne und ein „System der kleinen und großen Schlupflöcher“.

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