EU sagt Grönland solidarische Unterstützung zu – Zeichen gegen Trumps Drohungen

Nach den jüngsten, beinahe kurios wirkenden Drohgebärden von Donald Trump in Richtung Grönland stellt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas klar: Die Insel kann mit dem Rückhalt Europas rechnen. Damit setzt Brüssel ein deutliches Signal sowohl an Washington als auch für die Integrität Grönlands und Dänemarks.

20.01.26 14:13 Uhr | 4 mal gelesen

Vor dem EU-Parlament in Straßburg ließ Kaja Kallas am Dienstag kaum Zweifel: Die Europäer haben – angesichts der ungewohnten Lage – keinen Drang zur Eskalation, möchten sich aber auch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ihre Worte klangen beinahe wie das Echo einer alten Auseinandersetzung: „Grönland gehört dem grönländischen Volk. Souveränität steht nicht zum Verkauf, da helfen auch keine Handelszölle oder martialische Töne.“ Natürlich – man ahnte es schon – ist die Arktis sicherheitspolitisch aktuell heißer als der Planet, ihre Rohstoffe begehrt. Kallas betonte jedoch, es brauche neben politischer Standhaftigkeit auch neuen Zusammenhalt. Klimawandel und geopolitisches Tauziehen, diese Themen fließen ineinander; Grönland ist da nicht einfach bloße Schachfigur. Die EU stehe jedenfalls eng an der Seite Grönlands und Dänemarks, so die Vizepräsidentin der EU-Kommission. Angesichts der drohenden Umbrüche: kühlen Kopf bewahren, lautet ihr Rezept. Schließlich, und das klang wie eine Mahnung, sei die Arktis nicht nur ein Spielball zwischen Washington und Brüssel, sondern ein Ort, an dem multilaterales Handeln und Klimaschutz zur Überlebensfrage werden. Aber mal ehrlich, hätte vor ein paar Jahren jemand auf einen Handelsstreit um Grönland getippt?

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat in ihrer Rede vor dem Europaparlament die Unterstützung der Europäischen Union für Grönland und Dänemark bekräftigt. Angestoßen durch die jüngsten US-amerikanischen Drohungen und Kaufüberlegungen setzt Brüssel auf Solidarität und die Verteidigung der territorialen Integrität Grönlands. Neben den geopolitischen Spannungen hebt die EU vor allem die Herausforderungen durch den rapide voranschreitenden Klimawandel in der Arktis hervor, der internationale Zusammenarbeit erfordert. Die strategische Bedeutung Grönlands hat in den letzten Jahren stark zugenommen, nicht zuletzt wegen des Schmelzens des Eises, das neue Schifffahrtsrouten und Zugang zu bislang unerschlossenen Ressourcen ermöglicht. Laut aktuellen Berichten ist die Stimmung in Grönland gemischt: Einerseits besteht Interesse an wirtschaftlicher Entwicklung, andererseits betonen viele Einwohner die Wichtigkeit von Selbstbestimmung und Umweltschutz. Währenddessen bemüht sich die EU, ihre Präsenz in der Arktis auch durch Forschungs- und Kooperationsprogramme zu stärken. In Dänemark und der EU wird die Eskalation durch die USA primär als Signal verstanden, wie zerbrechlich das geostrategische Gleichgewicht geworden ist.

Schlagwort aus diesem Artikel