Der neueste Fall im traditionsreichen "Tatort"-Kosmos der Dortmunder Ermittler ist alles andere als Routine: "Blut und Wasser" konfrontiert das erfahrene (und gelegentlich verschrobene) Ermittlerduo mit einem blutigen Verbrechen inmitten einer angespannten, chaotischen Lage – eine Stadt im Ausnahmezustand. Anders als das, was man gemeinhin mit dem Genre assoziiert, ist dieser Fall ein kammerspielartiges Drama: Die Handlung spielt größtenteils in einem einzigen, fast schon beengten Haus, was den psychischen Druck enorm macht. Fabers Zusammenarbeit mit der neugestoßenen Kollegin Sturm gerät prompt ans Limit: Sie ist unerschrocken, manchmal geradezu stur – und begegnet Faber auf Augenhöhe. Kein reines "Buddy-Prinzip", eher ein Kräftemessen mit verschobenen Prioritäten. Während die beiden im Haus versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen, jongliert Teamleiterin Ira Klasni? parallel mit Akten und Verhören im Präsidium – Multitasking in Krimiform.
"Geheimnisse im Gepäck"
Sophia Mercedes Burtscher sagt selbst, dass sie den Dortmunder "Tatort" schon immer besonders fand – und jetzt selbst Kommissarin sein zu dürfen, ist für sie ein echter Jackpot. Sie will mit Leo Sturm die Tradition prägnanter Dortmunder Ermittlerinnen fortführen, aber der Figur auch einen eigenen Stempel aufdrücken. Frische Energie mit schwerem Ballast, denn: Auch Sturm bringt, so sagt Burtscher, "einige Geheimnisse" mit – was neugierig macht, wie viel wir davon in zukünftigen Folgen zu sehen bekommen. Ihr erster Einsatz habe sie besonders gereizt, wegen des intensiven Drehbuchs und der Chemie mit Hartmann, sprich: Die Messlatte sei hoch.
Das Drehbuch stammt aus der Feder von Luzie Loose und John-H. Karsten, und Luzie Loose führt auch die Regie. Bildgestaltung: Clemens Baumeister. Neben Jörg Hartmann, Alessija Lause und Sophia Mercedes Burtscher sind unter anderem Marie Leuenberger, Thure Lindhardt, Voicu Dumitra?, Georgiana-Alina Nicolae und weitere bekannte Gesichter dabei. Der Arbeitstitel ist "Blut und Wasser" und die Produktion läuft im Auftrag des WDR, produziert von Bavaria Fiction. Der Sendetermin bleibt einstweilen noch unter Verschluss, die Dreharbeiten dauern laut Plan bis März 2026.
Worum es geht bei "Blut und Wasser"
Johann Messmer, ein Arzt aus der Bittermark, wird in seinem Labor erstochen und lebensgefährlich verletzt. Faber und Sturm starten ihre Ermittlungen in einem atmosphärisch dichten Labyrinth familiärer Spannungen und widersprüchlicher Geschichten: Die adoptierten Kinder der Familie sind auffällig widersprüchlich, die Beziehung zwischen Messmer und seiner Frau Ricarda ist voller Brüche. Gleichzeitig hält eine Explosion in einem Chemiewerk die ganze Stadt in Atem – Dortmund wird teilweise abgeriegelt, Faber und Sturm eingeschlossen, Ermittlungen unter Ausnahmebedingungen. Im Präsidium befragt derweil Ira Klasni? einen Verdächtigen in Sachen Explosion. Die Handlung verschachtelt familiäre Geheimnisse mit dem Ausnahmezustand draußen – ein klassischer Krimiplot ist das jedenfalls nicht.
Zur Person: Sophia Mercedes Burtscher
Die gebürtige Österreicherin (Bregenz) hat ihren Weg über das Salzburger Mozarteum auf große deutschsprachige Bühnen gefunden, war fünf Jahre festes Ensemblemitglied am Schauspiel Köln und ist auch im Fernsehen keine Unbekannte: Von der preisgekrönten Netflix-Serie "King of Stonks" bis zu "Stromberg – Der neue Film" war sie in tragenden Rollen präsent. Gastspiele am Volkstheater Wien, der Staatsoper Stuttgart und anderen renommierten Häusern runden ihr Profil ab. Jetzt bringt sie neue Töne ins Dortmunder Krimikollektiv.
In Dortmund entsteht mit 'Blut und Wasser' ein außergewöhnlicher "Tatort": Das neue Kammerspiel setzt auf psychologische Dichte und den Fokus auf familiäre Zerwürfnisse, während die Stadt im Chaos versinkt. Sophia Mercedes Burtscher bringt als frische Hauptkommissarin Leo Sturm nicht nur analytische Brillanz, sondern auch eine undurchsichtige Persönlichkeit ins Team, wovon die künftigen Episoden wohl stark profitieren könnten. Interessant: Die Verschärfung der Ermittlungen im eng gefassten Raum einer Familie spiegelt einen aktuellen Trend zu mehr zwischenmenschlicher Komplexität im Krimi, wie auch deutschsprachige Medien wie Zeit, FAZ und taz im Zusammenhang mit jüngsten "Tatort"-Produktionen berichten. Darüber hinaus zeigen aktuelle Analysen aus der Presse, dass die Besetzung starker weiblicher Figuren im "Tatort" nicht nur mehr Diversität bringt, sondern auch das Verhältnis zwischen den Ermittler-Typen neu ausbalanciert.