Wachstum in schwierigem Fahrwasser – die Geschäftszahlen von SCHOTT sind ein Kuriosum für Statistiker und eine kleine Erzählung über Standhaftigkeit und Anpassungsvermögen. Während der Umsatz mit 2,83 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024/25 fast trotzig stabil blieb, knirschte es deutlich bei den Gewinnen: Das EBIT fiel auf 230 Millionen Euro zurück, und das weniger aus eigenen Fehlern, sondern wegen der bekannten Mischung aus explodierenden Energiekosten, angeschlagenem Weltmarkt und Sonderabschreibungen. Auffällig: Produkte für die Pharmazie und optische Technologien sorgten für die nötigen Umsatz-Funken. Dr. Torsten Derr betont, Effizienz und Innovationsgeist seien der Schlüssel, auch wenn der Wind stürmisch weht. Investiert wurde weiterhin entschlossen – etwa durch die Übernahme der QSIL Quarzschmelze und durch neue Anlagen in Serbien und Ungarn, ganz so, als hätte man das Zittern gewohnt.
Im Hintergrund aber macht sich Unsicherheit bemerkbar: Gesamtwirtschaftlich werden die Karten neu gemischt, Energiepreise und Zölle fallen wie Schatten auf die Geschäftsbilanz. Doch mit Eigenkapital satt – 68%, das ist eine Ansage – geht der Glasriese kompromisslos seinen weiteren Expansionskurs, gerade im Bereich Halbleiter, AR-Glass und Gesundheit. Parallel wurde die Massenproduktion reflektierender Wellenleiter für Datenbrillen in Malaysia angeschoben – ein Schritt, der für die gesamte AR-Branche Türen öffnen könnte. Mit glasbasierten Lösungen für Halbleiter und Ultradünnglas, das mittlerweile sogar die Raumfahrt interessiert, verschiebt SCHOTT immer wieder die eigenen Grenzen.
Trotz Rückgängen im Ertrag bleibt man zuversichtlich; Investitionen von 400 Millionen Euro und ein angepeiltes Umsatzplus von 4-5% zeugen von Selbstbewusstsein. Die Strategie: innovationsgetrieben, lange Atem und bereite Kassen. Und zwischen all den Bilanzen und Innovationen bleibt eine Erkenntnis: Wer heute Zukunft bauen will, muss die Gegenwart vielleicht nicht lieben, aber mindestens mit ihr tanzen lernen.
Die jüngste Geschäftsbilanz von SCHOTT reflektiert einen stabilen Umsatz von 2,83 Mrd. Euro trotz wirtschaftlich rauem Klima, wobei besonders der Pharmabereich und moderne Glaslösungen die Erlöse stützten. Das Betriebsergebnis sackte jedoch auf 230 Mio. Euro ab, belastet durch teure Energie, schwankende Märkte und eine hohe Abschreibung, unter anderem im Kerngeschäft mit Präzisionsmaterialien. Dennoch verfolgt der in Mainz ansässige Technologiekonzern einen ambitionierten Wachstumskurs: Starke Eigenkapitalbasis, fortgesetzte Expansion, etwa durch Übernahmen und neue Werke, und mutige Innovationen in AR-Brillen, Halbleiterlösungen und Raumfahrt-Glastechnologien prägen die Offensive. Experten loben die Innovationskultur, warnen jedoch vor weiterhin unklaren globalen Aussichten und Preisdruck. Besonders bemerkenswert ist die Massenproduktion von Wellenleitern für AR-Brillen, die SCHOTT zum weltweiten Vorreiter macht, und die nachhaltige Stärkung des Pharmageschäfts etwa durch Werke in Osteuropa. Zusätzlich zeigen aktuelle Branchenberichte aus anderen Quellen, dass auch Wettbewerber und angrenzende Industrien mit hohen Kosten, geopolitischer Unsicherheit und der Notwendigkeit hoher Innovationsgeschwindigkeit ringen. Trotz rückläufiger Margen bleibt SCHOTT mit kräftigen Investitionen und strategischen Partnerschaften auf Expansionskurs.