Nach Wirbel um Buchhandlungspreis: Börsenverein attackiert Kulturstaatsminister Weimer offen

Auch nach dem jüngsten Eklat steht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unbeirrt hinter dem Buchhandlungspreis – und findet für das Verhalten von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer deutliche Worte.

heute 15:07 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal wirken solche Debatten geradezu absurdes Theater – jedenfalls sagt Sebastian Guggolz, Chef des Börsenvereins, im Gespräch mit dem RND ganz klar: "Nicht der Preis sei beschädigt, sondern der, der ihn vergibt, habe sich selbst beschädigt." Für die Branche sei der Deutsche Buchhandlungspreis nach wie vor essentiell, fast so etwas wie ein Symbol für Anerkennung und Engagement innerhalb der Buchwelt. "Es wäre, ganz direkt gesagt, ein schmerzhafter Rückschritt, sollten diese Auszeichnungen an Bedeutung verlieren oder gar abgeschafft werden – immerhin sind sie derzeit quasi das einzige Instrument, das die Vielfalt und Lebendigkeit von Buchhandel und Verlagswesen überhaupt öffentlich würdigt", so sinngemäß Guggolz weiter. Er sieht die Zuständigkeit ganz klar: Wer den Preis erhält, müsse ausschließlich vom Urteil einer fachkundigen Jury abhängen. Einmischungen von außen – wie im aktuellen Fall von Weimer – seien schwer nachvollziehbar, ja, schlichtweg "intransparent". Außerdem: Kontrovers gewählte Preisträger – sowohl mit linken als auch mit rechten Positionen – gehörten zur demokratischen Normalität und hätten nichts mit Extremismus zu tun. Alles andere würde letztlich nur die ohnehin schon fragile kulturelle Landschaft gefährden.

Der Disput um das Verhalten von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer beim Deutschen Buchhandlungspreis hat deutliche Kritik vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgelöst. Laut Sebastian Guggolz sei der eigentliche Schaden nicht am Preis selbst, sondern am Ansehen des Ministeriums entstanden. Die Integrität des Buchhandlungspreises sieht Guggolz als grundlegendes Symbol für kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Wert, das nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden dürfe. Ergänzend berichten aktuelle Medien, dass die Neuausrichtung der Kulturförderung durch das Ministerium generell kritisch beäugt werde und die Forderungen nach größerer Transparenz, Unabhängigkeit der Jury sowie nach einer Entpolitisierung des Preises lauter werden. Auch in den letzten 48 Stunden wurde betont, wie wichtig unabhängige Preise für die Förderung von Literatur und die Stärkung des lokalen Buchhandels sind.

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