Die ewige Debatte um ständig schwankende Spritpreise schürt nicht nur Unmut, sondern auch eine gewisse Nervosität bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Vorstellung, dass Preise an Tankstellen zigmal pro Tag hin und her springen, hat Autofahrer längst misstrauisch gemacht – für viele fühlt sich das wie ein Glücksspiel an, auf das sie keinen Einfluss haben. Jetzt könnte sich das Blatt wenden. Wirtschaftsministerin Reiche greift mit dem neuen Regelungsvorschlag eine Kernforderung des Tankstellenverbands auf: Preise sollen nur noch einmal täglich angehoben werden dürfen und dürfen danach – wenn überhaupt – nur noch nach unten angepasst werden.
Der TIV-Sprecher nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: In Österreich existiert das Modell bereits, und dort zeichnet sich tatsächlich mehr Klarheit für die Kundschaft ab. Noch spannender findet Rabl, dass unser Nachbarland die Regeln verschärfen will – dort könnte es künftig nur noch drei Mal pro Woche Preisanpassungen geben, ausschließlich nach unten. Ein reizvoller Gedanke auch für deutsche Verhältnisse, wenn man die chaotische Preislage kennt. Dennoch bleibt ein Restrisiko: Große Ölkonzerne könnten weiterhin den Preisverlauf dominieren, trotz aller Regulierungen. Wirklichen Preisdruck auf die Unternehmen verspricht sich der Verband außerdem von der Freigabe nationaler Ölreserven.
Der Tankstellen-Interessenverband sieht in der geplanten Regelung, Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal am Tag zu beschränken, einen längst überfälligen Schritt zu mehr Transparenz und Stabilität. Der TIV befürwortet das österreichische Modell und wünscht sich sogar noch stringentere Maßnahmen. Allerdings bleibt die Frage, wie viel Einfluss solche Eingriffe tatsächlich auf das Preisniveau und die Gewinnstrategien der großen Mineralölkonzerne haben – hier hilft nur begrenzt regulatorische Kontrolle. Neuere Medienberichte zeigen, dass aktuell auch über weiterreichende Preisregulierungen und eine gezielte Nutzung von Ölreserven nachgedacht wird, um die Teuerung einzudämmen.