Berlin hält sich beim baden-württembergischen Polit-Patt heraus

Die Bundesregierung will sich nicht zur Debatte rund um eine mögliche Regierungsbeteiligung der CDU in Baden-Württemberg äußern – und bleibt gelassen.

heute 14:44 Uhr | 3 mal gelesen

„Normalerweise ist es üblich, dass Bundesländer ihre Koalitionen und Regierungen selbst aufstellen. Deshalb, ehrlich gesagt: kein Kommentar“, betonte der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Steffen Meyer, am Mittwoch gegenüber der dts Nachrichtenagentur. Ein bisschen diplomatisches Schulterzucken also. Auf Rückfrage – immerhin hatten Bundespolitiker in der Vergangenheit durchaus gern mal in landespolitische Machtspiele hineingefunkt, wie etwa bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen 2020 – ergänzte Meyer noch ungewohnt optimistisch: Er gehe fest davon aus, dass in Baden-Württemberg eine ‚schlagkräftige' Regierung zusammenfindet. 'Wir freuen uns darauf, dann gut gemeinsam zu regieren.'

Zum Hintergrund: Im Landtag herrscht nach der Wahl im Südwesten Gleichstand zwischen Grünen und CDU – beide Parteien kommen auf dieselbe Anzahl Sitze. Die Grünen, angeführt von Cem Özdemir, konnten zwar mehr Stimmen holen, doch das Mandatsverhältnis bremst sie aus. Aus der CDU wurde daher ein Rotationsprinzip für das Ministerpräsidentenamt ins Spiel gebracht – Wechsel alle halbe Legislatur. Klingt irgendwie nach Sandkasten, ist aber politischer Alltag, wenn sich die Machtverhältnisse derart verkeilen.

Nach der Wahl in Baden-Württemberg gibt es wegen des Gleichstands von Grünen und CDU Diskussionen über das weitere Vorgehen bei der Regierungsbildung. Die Bundesregierung hält sich betont zurück und verweist auf die föderale Tradition, Entscheidungen zur Regierungsbildung den Ländern zu überlassen. Medien berichten, dass die Idee eines Rotationsmodells im Ministerpräsidentenamt zwar für Unruhe sorgt, jedoch bislang keine Lösung in Sicht ist; zudem kritisieren Beobachter, dass langwierige Koalitionsverhandlungen das politische Klima im Land belasten könnten. Aktueller Stand laut Medien: Die Gespräche zwischen Grünen und CDU verliefen bisher wenig ergebnisoffen und verharren in der Sackgasse, was die Unsicherheit in Baden-Württemberg verstärkt. Kompromissbereitschaft scheint auf beiden Seiten zu fehlen – die Grünen pochen auf das Wahlergebnis, die CDU will Gleichberechtigung. Beobachter warnen, dass ein Stillstand in Stuttgart (wie damals in Thüringen) nicht nur regionale, sondern auch bundespolitische Auswirkungen haben könnte.

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